Sport Austria Stellungnahme zur PK von Sportminister Kogler

Wien, 15. 4. 2020

Sport Austria und die österreichischen Dach- und Fachverbände nehmen zur heutigen Pressekonferenz von Sportminister Werner Kogler folgendermaßen Stellung:

bso logoSport Austria-Präsident Hans Niessl: „Positiv ist freilich, dass Teile des Spitzensports nun mit 20. April Indoor und Outdoor wieder mit dem Training beginnen können und dass die Regierung dabei für den Sport den Rahmen vorgibt, aber im Sinne einer neuen verantwortungsvollen Normalität eine sportartenspezifische Ausarbeitung der genauen Regeln den Fachverbänden überlässt. Weil dem so ist, sollte aber auch nach wie vor die Möglichkeit diskutiert werden, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen nicht nur das Training, sondern auch eventuelle Wettkämpfe stattfinden können.

Was den Einstieg in den Ausstieg der Betretungsverbote von (Breiten)Sportstätten betrifft, sind die Schritte der Regierung im Großen und Ganzen nachvollziehbar. Allerdings stellt sich die Frage, warum man diese nur Freiluftsportarten erlaubt und nicht auch Hallensportarten wie z.B. Tischtennis und Badminton, bei denen automatisch ein großer Abstand gegeben ist. Selbstverständlich auch hier unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen.

Positiv ist auch, dass in der obersten Fußball-Liga nun rasch Klein-Gruppen-Trainings ermöglich werden sollen. Geklärt muss allerdings noch werden, ab wann auch Amateursportvereine und Breitensportvereine (aller Altersklassen) von Mannschaftssportarten in Klein-Gruppen – selbstverständlich auch hier unter sämtlichen Sicherheitsvorkehrungen – mit ihrem Training beginnen dürfen.

Besonders wichtig ist mir, erneut darauf hinzuweisen, dass Österreichs 15.000 Sportvereine weiterhin Fixausgaben zu begleichen haben und derzeit keine Einnahmen lukrieren können! Es ist deshalb drängend, sowohl den Spitzensport als auch den Breitensport nach ähnlichen Kriterien wie in der Wirtschaft zu helfen. Deshalb hoffe ich darauf, dass die Gespräche mit dem Finanzminister zu einem raschen Ergebnis führen. Die Vereine brauchen Klarheit. Sie müssen wissen, wohin sie sich wenden können, um finanziellen Unterstützung für ihre Ausfälle zu bekommen. Die Uhr tickt! Schließlich benötigen wir nach der Krise unsere Sportvereine mehr denn je, um die Menschen in Bewegung zu bringen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit zu leisten.“

Sport Austria-Vizepräsident für Spitzensport, Michael Eschlböck: „Die Fachverbände sind froh, dass ihren Top-AthletInnen die Aufnahme ihrer Trainings unter halbwegs normalen Bedingungen mit 20. April ermöglicht wird. Die ideenreiche Improvisation im Home-Training wird von einer ideenreichen Improvisation auf den Trainingsanlagen abgelöst. Die Athletinnen und Athleten sowie ihre Trainer und Betreuer werden alles daran setzen, im Rahmen der Einhaltung aller Vorsichts- und Vorsorgemaßnahmen das Trainingsdefizit der vergangenen Wochen aufzuholen und gleichzeitig verantwortungsbewusst Wege eines Trainings unter den besonderen Umständen aufzeigen. Dennoch steht natürlich gut die Hälfte des österreichischen Sports so gut wie still, denn Kampf- und Kontaktsportarten sowie Mannschaftssport sind selbstverständlich noch nicht durchführbar. Die Disziplin aller Österreicher und Österreicherinnen im Hinblick auf die Einhaltung der von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen lässt aber darauf hoffen, Schritt für Schritt zur propagierten „neuen“ Normalität zu gelangen und damit auch zur weiteren Ermöglichung von Sport auf den verschiedenen Leistungsebenen in nahezu allen Sportarten.“

ASKÖ-Präsident Hermann Krist: „Wir freuen uns über die Ankündigung des Sportministers, dass ab 1. Mai Outdoor-Sport wieder ermöglicht wird. Die SportlerInnen werden das sicher gut und richtig zu nutzen wissen. Wir als Dachverband und unsere VereinsfunktionärInnen werden bemüht sein, dass alles geordnet und gesetzeskonform abläuft.“

SPORTUNION-Präsident Peter McDonald: „Mehr Klarheit für die phasenweise Wiederauferstehung des Sports und damit eine bessere Planungssicherheit ist ebenso wichtig, wie die Sicherstellung rascher Soforthilfe sowie ein Einnahmenausfallstopf für den Sport, der auch nachhaltige finanzielle Schäden über den 30. Juni hinaus abdeckt. Unsere flächendeckende, kritische Infrastruktur für die Gesellschaft in der Nachkrisenzeit muss erhalten bleiben. Ziel muss es sein, auch 100 Prozent unserer Vereine durch die Krise zu bringen und auch im Herbst weiter zu unterstützen.“

ASVÖ-Präsident Siegfried Robatscher: „Dieser erste Schritt in Richtung einer gewissen Normalisierung ist wichtig und signalisiert der Bevölkerung, dass die Regierung das Grundbedürfnis nach Bewegung und Sport ernst nimmt. Natürlich werden wir bei der Umsetzung über unsere Vereine mit Augenmaß und Hausverstand vorgehen, das kann ich versichern. Erfreulich ist auch, dass seitens des Sportministers die Einnahmenausfälle und Schäden des gemeinnützigen Sports angesprochen worden sind. Allerdings braucht es jetzt die zeitnahe Einrichtung des in Aussicht gestellten Hilfspakets. Unsere Vereine stehen vor der Tür und brauchen Hilfe. Wir haben schon vor geraumer Zeit die Schäden erhoben und sind zuversichtlich, dass die Unterstützungen auch rasch kommen.“

 

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