Fixkostenzuschuss für Unternehmen aller Größen

Eisenstadt, 13. 5. 2020

wko corona logoUnsere Betriebe brauchen rasch finanzielle Unterstützung bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Zuschüsse aus dem Corona-Hilfs-Fonds sind ein wichtiger Bestandteil der Hilfspakete und ergänzen die bereits bestehenden Kreditgarantien.

Die vielfach weiterlaufenden Fixkosten werden bezuschusst. Auch der Wertverlust bei verderblichen oder saisonalen Waren wird für Unternehmen aller Größenordnungen abgefedert. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden und können ab 20. Mai beantragt werden. Die Bundesregierung hat eine Auszahlung von bis zu einem Drittel der zustehenden Zuschüsse innerhalb der ersten 10 Tage ab Antragstellung angekündigt.

Hier die wichtigsten Eckpunkte:
Unternehmen aller Größenordnungen bekommen zwischen 25 und 75 % ihrer Fixkosten bezuschusst, wenn der Umsatzeinbruch wegen Covid-19 mindestens 40 % beträgt. Im Zeitraum von 16. März bis 15. September 2020 können Zuschüsse für bis zu drei Monate gewährt werden:

  • Quartalsweise: das 2. Quartal 2020 wird mit dem entsprechenden Quartal des Vorjahres verglichen.
  • Monatsweise: aus sechs Monaten zwischen 16. März und 15. September sind drei zeitlich zusammenhängende Monate auszuwählen.

Der Fixkostenzuschuss richtet sich nach dem Umsatzausfall. Ersetzt werden:

  • 25 % der Fixkosten bei einem Umsatzausfall von 40 – 60 %,
  • 50 % der Fixkosten bei einem Umsatzausfall von 60 – 80 % und
  • 75 % der Fixkosten bei einem Umsatzausfall von über 80 %.

Als Fixkosten gelten:

  • Mieten und Pacht
  • Strom, Gas, Telekommunikation
  • Zinsen, Versicherungsaufwände
  • Leasingraten (der Finanzierungskostenanteil) oder
  • Lizenzgebühren und
  • Sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen (z.B. fixe, unkündbare Wartungsverträge)
  • Personalkosten, die für die Bearbeitung von Stornierungen anfallen
  • Wertverlust von saisonaler und verderblicher Ware, wenn dieser mindestens 50 % beträgt

Außerdem kann ein angemessener Unternehmerlohn bei einkommensteuerpflichtigen Unternehmen (natürliche Personen als Einzel- oder Mitunternehmer) von höchstens 2.000 € abzüglich Nebeneinkünfte als Fixkosten angesetzt werden.

Folgende Voraussetzungen gelten bei Beantragung:

  • Unternehmenssitz bzw. Betriebsstätte, sowie wesentliche operative Tätigkeit in Österreich
  • Fixkosten müssen soweit wie möglich reduziert werden (z.B. durch Mietherabsetzungen)
  • Ausgenommen sind Unternehmen des Finanz- und Versicherungssektors
  • Unternehmen dürfen per 31.12.2019 kein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ im Sinne des EU-Beihilfenrechts gewesen sein.
  • Keine Auszahlung von Boni an Vorstände oder Geschäftsführer in Höhe von mehr als 50 % der Auszahlung des vorangegangenen Wirtschaftsjahres.
  • Keine Dividendenzahlungen und Gewinnausschüttungen zwischen 16. März 2020 und 16. März 2021
  • Großunternehmen (ab 250 Beschäftigten) dürfen im Betrachtungszeitraum nicht mehr als 3 % ihrer Beschäftigten gekündigt haben, anstatt Kurzarbeit in Anspruch genommen zu haben – Ausnahmen davon sind per Antrag möglich, wenn die Sozialpartner zustimmen.
  • Die Höhe der Umsatzausfälle und Fixkosten sind durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter zu bestätigen.
  • Neugründer sowie Umgründer, bei denen keine umsatz- oder ertragssteuerlichen Daten aus 2018 oder 2019 vorliegen, können die Umsatzausfälle anhand einer Planungsrechnung nachweisen.
  • Andere Förderungen, die im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise stehen (z.B. der Härtefall-Fonds), werden beim Zuschuss angerechnet – ausgenommen davon ist die Kurzarbeitsbeihilfe.

Beantragung der ersten Tranche ab 20. Mai über FinanzOnline

  • Die Auszahlung erfolgt insgesamt in bis zu drei Tranchen.
  • Die zweite und dritte Tranche kann ab 19. August bzw. 19. November beantragt werden.
  • Jede Tranche beträgt höchstens ein Drittel des Gesamtzuschusses.
  • Liegen alle notwendigen Daten vor, kann der gesamte Fixkostenzuschuss und der Wertverlust saisonaler Ware bereits mit der zweiten Tranche beantragt werden.
  • Der Fixkostenzuschuss ist nicht zu versteuern, er reduziert jedoch die abzugsfähigen Aufwendungen im betreffenden Wirtschaftsjahr, da diese teilweise ersetzt wurden.

 

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