Kellerstöckl-Tourismus als Chance für das Südburgenland

Heiligenbrunn, 15. 5. 2020

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Die aktuelle Corona-Krise trifft den Tourismus sehr schwer. Auch Kleinbetriebe, Pensionen und Kellerstöcklbesitzer sind von den Einschränkungen betroffen. Landtagspräsidentin Verena Dunst fordert schnelle Lockerungen für Beherbergungsbetriebe. Details zu ihren Forderungen präsentierte Dunst im Rahmen dieser Pressekonferenz.


Kellerstöckl-Tourismus – Gäste sollen bald wieder in die Weinidylle kommen dürfen

SPÖ-Bezirksvorsitzende LTPräs.in Verena Dunst fordert ein schnelles Ende der Öffnungsbeschränkungen für Kellerstöckl-Appartements im Südburgenland.
Die aktuelle Corona-Krise trifft den Tourismus schwer. Vor allem das neue südburgenländische Erfolgsmodell der „Kellerstöckl-Appartements“ leidet unter der von der Bundesregierung verordneten Schließung. „Die Kellerstöckl sind Appartements mitten in den idyllischen Weingärten des Südburgenlandes, an abgelegenen ruhigen Plätzen, wo die Gäste Ruhe genießen und sich selbst versorgen“, so Dunst, die keinen vernünftigen Grund sieht, warum die Kellerstöckl nicht heute schon wieder vermietet werden dürfen.
Da Vermieterinnen und Vermieter von Kellerstöckl-Appartements zu den Beherbergungsbetrieben, wie große Hotels zählen, sind sie auch von den von der Bundesregierung verordneten Schließungen betroffen. „Es herrscht große Unsicherheit in der Branche, besonders weil es schon so viele Ankündigungen in Bezug auf das Ende der Einschränkungen gab“, so Dunst. Nachdem ursprünglich von einer möglichen Öffnung ab 24. April die Rede war, verschob sich der Termin auf 30. April. Schließlich ergab sich aus der letzten Verordnung des Gesundheitsministers der 30. Juni als Enddatum für die Beschränkungen. Zu guter Letzt kündigte Tourismus-Ministerin Köstinger an, dass die Öffnung für den 29. Mai angedacht sei. „Die gesamte Tourismus-Branche leidet unter diesem Hin- und Her und hier muss rasch Klarheit und Rechtsicherheit geschaffen werden“, forderte Dunst.
Der Heiligenbrunner Vize-Bürgermeister Dietmar Babos bedauerte den großen Verlust für den Tourismus in der Großgemeinde Heiligenbrunn: „Heiligenbrunn kommt mit der Vermietung von Privatzimmern, wie die Kellerstöckl-Appartements und den beiden 4-Sterne Hotels normalerweise auf 12.000 Nächtigungen pro Jahr. Der Rückgang der Gäste durch die Corona-Krise ist in der gesamten Gemeinde spürbar, da auch andere Betriebe indirekt vom Tourismus immens profitieren.“
Ernst Pfeiffer, einer der 100 Kellerstöckl-Vermieter, ist von der Bundesregierung sehr enttäuscht, da er bereits für 4 Monate ausgebucht gewesen wäre: „Für uns ist momentan das größte Problem, dass wir definitiv noch nicht wissen, wann wir wieder öffnen dürfen, da es noch keine neue Verordnung von der Bundesregierung gibt! Lediglich die Auflagen für den Buschenschank-Betrieb haben wir bis jetzt von der Wirtschaftskammer erhalten“, erklärt Ernst Pfeiffer. Momentan hält er seinen Betrieb mit dem Versand von Uhudler und Wein „über Wasser“.
„Die ganze Region erleidet einen großen Schaden –  Direktvermarkter, Bäcker, Weinbauern, Buschenschänke, Schnapsproduzenten und viele andere leiden durch den fehlenden Tourismus unter großen Einbußen“, hält Dunst fest.
Für Dunst ist vor allem nicht nachvollziehbar, wieso für Kellerstöckl-Appartements keine Ausnahmeregelung geschaffen wurde: „Die Kellerstöckl-Appartements sind auf kleine Personengruppen ausgelegt und werden meist von Paaren oder Familien gebucht. Sie können kontaktlos vermietet werden und die Gäste kommen nicht mit anderen Personen in Kontakt, wie in großen Hotelanlagen“, so Dunst, die bereits an Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger herangetreten ist. „Ich hoffe dass es hier bald eine Lösung – wenn schon nicht für alle Beherbergungsbetriebe, dann zumindest für die Vermietung der Kellerstöckl-Appartements und die kleine Privatzimmer-Vermieter gibt, damit wir am besten schon morgen wieder die ersten Gäste in unserer Weinidylle begrüßen dürfen,“ so Dunst.
Die typischen südburgenländischen Kellerstöckl sind ein Alleinstellungsmerkmal der Region und bieten dem heimischen Tourismus eine unschätzbare Chance. Sie haben sich zum Tourismusmagnet entwickelt. Allein im Jahr 2019 konnten über 8000 Nächtigungen verzeichnet werden. Seit nunmehr fast zwei Jahren werden die Kellerstöckl international über den Reiseanbieter NOVASOL vermarktet.
„Rund 80 % der Buchungen für das Jahr 2020 waren Folgebuchungen aus dem Vorjahr, diese mussten zuerst auf Mai und dann auf Juni verschoben werden – der tatsächliche Schaden ist daher nicht absehbar,“ so Dunst, die sich zuversichtlich zeigte, dass aufgrund der hohen Anzahl der Wiederholungsbuchungen die Gäste der Weinidylle treu bleiben und die Kellerstöckl bald wieder auf Erfolgskurs sind. „Rund die Hälfte der Gäste, die über NOVASOL buchen, kommt aus Deutschland gefolgt von Wien, Niederösterreich und der Steiermark. Die deutschen Gäste haben den Sommerurlaub zum Großteil nicht storniert und werden nach der Öffnung der Grenzen voraussichtlich kommen“, so Dunst.
„Das Land Burgenland unterstützt das einzigartige Tourismus-Konzept mit der Kellerstöckl-Aktion 2020. Bis Februar 2020 konnte um Förderung für Umbauten angesucht werden. Die Frist für die Projektfertigstellung wurde nun von 30.6. auf 31.12. verlängert, um Verzögerungen durch Corona abfangen zu können“, so Dunst abschließend.

 

 

 

 

 

 

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