ASVÖ: Gefahr im Verzug

Eisenstadt, 18. 5. 2020

Trotz Ankündigung eines Hilfsfonds:
Für Burgenlands sportliche Zukunft ist weiter Gefahr im Verzug

Vizekanzler Werner Kogler und Finanzminister Gernot Blümel haben die Einrichtung eines 700 Millionen Hilfsfonds für den gemeinnützigen Bereich angekündigt. Ein wichtiger Schritt, für den sich der organisierte Sport seit Wochen lautstark eingesetzt hatte. Für Robert Zsifkovits, Präsident des ASVÖ Burgenland, müssen den Worten jetzt ehestmöglich Taten folgen: „Der Beschluss des Hilfsfonds ist ein positives Zeichen, aber leider nicht mehr. Noch ist kein einziger Cent tatsächlich an die Sportvereine geflossen, auch die Fördervoraussetzungen sind weiter völlig unklar – aktuell weiß etwa niemand, wer wofür Unterstützung bekommt bzw. wie und wann die Auszahlung erfolgt. Hier muss schnellstmöglich Klarheit geschaffen werden. Denn für viele Sportvereine zählt im aktuellen Überlebenskampf jede Woche. Zudem halte ich die Entscheidung für einen gesamtheitlichen Hilfsfonds für zumindest unglücklich. Gerade für Kultur, Kunst und Sport lassen sich kaum einheitliche Förderrichtlinien formulieren. Das könnte die Sache weiter verzögern und einen für alle Seiten nachteiligen Verteilungskampf auslösen.“

Auf vollkommenes Unverständnis stößt beim Präsidenten des größten burgenländischen Sportverbands eine weitere politische Entscheidung: „Für die ersatzlose Streichung des Bewegungsunterrichts an den Schulen habe ich wirklich null Verständnis. An fast allen Schulen stünden geeignete Freiflächen zur Verfügung, auf denen sich problemlos ein an die Verhaltensregeln angepasstes Bewegungsprogramm realisieren ließe – gerade in den Sommermonaten. Jahrelang haben wir im Interesse unserer Kinder für die tägliche Bewegungseinheit gekämpft, nun beraubt man sie erneut dieser für die Entwicklung und Gesundheit so wichtigen Errungenschaft. Unseren Bewegungscoachs wurde seitens der Schulbehörden sogar der Zutritt zu den Schulen untersagt. Dabei ist das Thema Bewegung gerade in Corona-Zeiten wichtiger denn je.“

Dem pflichtet auch der renommierte Sportmediziner und Vizepräsident des ASVÖ Bund Universitätsprofessor Dr. Paul Haber bei: „Viele Maßnahmen wurden ergriffen, um unsere Gesundheit zu schützen. Dabei gibt es kein Medikament und auch keine Medikamentenkombination mit vergleichbar umfassender und sicherer Wirkung wie regelmäßige körperliche Bewegung. Viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten – von Adipositas über Arteriosklerose, Herz-/Kreislaufproblemen bis hin zu Demenzerkrankungen – werden durch Bewegungsmangel gefördert. Regelmäßige lebenslange körperliche Bewegung kann diese negativen Wirkungen auf unsere Gesundheit verhindern oder zumindest verzögern. Die Seuche des 21. Jahrhunderts ist für mich daher Bewegungsmangel.“

 

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