Sport Austria: Niessl plädiert für Öffnungspflicht von Schulsportstätten

Wien, 3. 6. 2020

bso niessl logoSportvereine können ihre vielfältigen Bewegungsangebote in der unterrichtsfreien Zeit nun auch wieder an Schulsportstätten anbieten, das hat das Bildungsministerium verlautbart. Die Wiederöffnung der Schulsportstätten für die Sportvereine war ein großer Wunsch von Sport Austria (Bundes-Sportorganisation). Über den Zutritt der Vereine entscheiden – wie vor der Coronakrise – die Schulen im Rahmen ihrer Autonomie. Der organisierte Sport tritt für eine gesetzliche Pflicht zur Öffnung ein.

„Ich bin froh, dass die Sportvereine wieder die Möglichkeit haben, die Schulsportstätten zu nützen und bin sicher, dass sich die Vereine strikt an die Hygieneregeln halten und ihnen die Schulen deshalb ihre Tore im Sinne einer verantwortungsvollen Normalität öffnen werden“, so Sport Austria-Präsident Hans Niessl, der aber nach wie vor für eine „gesetzliche Pflicht zur Öffnung“ der Schulsportstätten für Vereine – und das auch an unterrichtsfreien Tagen, insbesondere in den Ferien – plädiert: „Mit Steuergeld errichtete Schulsportstätten sollten den Vereinen offen stehen und natürlich schon gar nicht im Sommer neun Wochen geschlossen sein. Dabei sollte es auch Sportferiencamps geben. Diese könnten“, so Österreichs Sportoberhaupt, „auf freiwilliger Basis auch Lernangebote mit Studenten beinhalten. Wie wichtig Sport und Bewegung für unsere Bevölkerung sind, zeigt sich gerade in Zeiten einer Gesundheitskrise.“

Eine vor der Coronakrise von Sport Austria bei SportsEconAustria in Auftrag gegebene Studie belegt, dass eine Öffnung der Schulsportstätten auch an schulfreien Tagen viele Vorteile bringen würde. Und zwar auf mehreren Ebenen:

So betrugen vor der Krise die Einnahmen der Schulen durch Aufwendungen der Vereine für Schulsportstätten bereits rund 48 Mio. Euro/Jahr. Da die Vereine vor „Covid-19“ einen Mehr-Bedarf von 940.000 Stunden/Jahr anmeldeten, könnten die Schulen, sobald wieder Normalität eingekehrt ist, durch die erweiterte Öffnung noch zusätzlich bis zu 13,4 Mio. Euro/Jahr lukrieren. Diese Einnahmen entsprechen einer Bruttowertschöpfung von 54,9 Mio. Euro/Jahr und einem Beschäftigungseffekt von bis zu 220 Beschäftigten bzw. 161 Vollzeitäquivalenten. Außerdem gäbe es durch die erweiterte Öffnung weitere Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem. Diese würde netto (nach Abzug der Unfallkosten) bis zu 23,66 Mio. Euro/Jahr ausmachen. Insgesamt ist bereits jetzt eine jährliche Einsparung von 530 Millionen Euro auf Sport und Bewegung zurückzuführen. Niessl: „Eine erweiterte Öffnung der Schulsportstätten für Sportvereine wäre also für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation.“

 

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