Die Hauskrankenpflege in Zeiten von COVID19

Eisenstadt, 9. 6. 2020

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Rückschau und ein Blick in die Zukunft

Die Volkshilfe Burgenland beschäftigt im Burgenland rund 210 MitarbeiterInnen. Als einer der größten Dienstleiter im Bereich der mobilen Hauskrankenpflege (125 MitarbeiterInnen) und mit mehr als 350 Hausbesuchen pro Tag, ist die Verantwortung in Zeiten von COVID19 besonders groß. Volkshilfe Burgenland Präsidentin LT-Präsidentin Verena Dunst zog gemeinsam mit DGKP Katrin Pinter und Dr.in Kristina Schaberl nun eine erste Bilanz.

„Nachdem wir die Entwicklung rund um COVID19 schon Anfang des Jahres aufmerksam beobachtet haben, haben sich die Ereignisse im März regelrecht überschlagen,“ berichtet Dr.in Kristina Schaberl, Geschäftsführerin der Volkshilfe Burgenland.

Schon im März wurden die strengen Hygienestandards entsprechend den Anforderungen an COVID19 nochmal deutlich angehoben. Neben der unbedingten Maskenpflicht bei KlientInnen und der stark gesteigerten Desinfektion von Dienstautos und Material wurden auch alle Teambesprechungen und Besuche auf den Stützpunkten ausgesetzt bzw. auf das notwendigste Maß reduziert. Besprechungen wurden per Telefon oder Videokonferenzen durchgeführt. Vorrangiges Ziel war es etwaige Infektionsketten zu verhindern. Es wurden auch Schulungsvideos produziert, um den MitarbeiterInnen den Umgang mit Masken und Schutzanzügen auf virtueller Basis näherzubringen.

Volkshilfe Burgenland Präsidentin Dunst dazu: „Alle unserer MitarbeiterInnen in der Hauskrankenpflege wurden auf COVID19 getestet. Wir hatten keinen einzigen positiven Fall. Auch keine unser KlientInnen wurde positiv getestet.“

Durch den erhöhten Aufwand von Pflegematerialien gab es auch hier ganz neue Probleme. Die bisherigen regionalen Großhändler hatten schnell keine Masken, Desinfektionsmittel usw. mehr im Angebot. Kurzfristig mussten neue Wege bei der Beschaffung in Betracht gezogen werden. So mussten Desinfektionsmittel eine Zeit lang von unterschiedlichen Apotheken besorgt werden. Für die Besorgung von Schutzausrüstung wie Masken, Handschuhe, Schutzvisiere wurden Bestellungen direkt bei Händlern in Asien aufgegeben. Die Preise für Schutzausrüstungen explodierten zu dieser Zeit regelrecht. Für die Sicherheit der MitarbeiterInnen und der KlientInnen musste aber unbedingt vorgesorgt werden. Erst als das Land Burgenland Mitte April eine regelmäßige Versorgung für alle Träger sicherstellen konnte, entspannte sich die Situation.

DGKP Katrin Pinter Leitung der Hauskrankenpflege Eisenstadt/Mattersburg erklärt: „Die große Unsicherheit in der Bevölkerung führte zu Beginn zu sehr vielen Terminabsagen bei den KlientInnen. Gleichzeitig führte das Problem in der 24-Stunden-Betreuung dazu, dass die Hauskrankenpflege oftmals zu Hilfe gerufen wurde, wenn die BetreuerInnen in ihr Heimatland abgereist sind. Die Verzweiflung bei den Angehörigen war sehr groß, weil sie von heute auf morgen mit einer ganz anderen Betreuungssituation konfrontiert waren.“
„Mein Dank gilt in dieser Zeit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der mobilen Hauskrankenpflege. Sie haben es geschafft, die Betreuung von Menschen aufrechtzuerhalten, als die Hilfe an nötigsten gebraucht wurde. Gemeinsam mit den Angehörigen wurden immer Lösungen für die pflegebedürftigen Menschen gefunden“, lobt Volkshilfe Burgenland Präsidentin Dunst die Moral der MitarbeiterInnen.

Dunst weiter: “Die MitarbeiterInnen waren mit extremen Stresssituationen konfrontiert. Angst bei KlientenInnen und deren Angehörigen. Der Aufruf der Bundesregierung unbedingt zuhause zu bleiben – und trotzdem war der tägliche Dienst im fremden Haushalt zu erbringen. Mit größter Professionalität wurde die Arbeit von allen Teams der Hauskrankenpflege verrichtet. Unsere KollegInnen haben es geschafft, sowohl die regelmäßige Pflege zu unterstützen, als auch wertvolle Tipps bezüglich COVID19 zu geben. Sie sind wahre HeldInnen des Alltags.“
Wie sich diese Corona-Krise weiter entwickelt ist noch nicht ganz absehbar. Experten rechnen mit unterschiedlichen Szenarien. Von einer weiteren großen Infektionswelle bis zu mehreren kleineren regionalen Infektionen wird ausgegangen. Die Hauskrankenpflege der Volkshilfe Burgenland ist auf alle Szenarien bestens vorbereitet. Die verschiedenen Ablaufpläne und die entsprechende Schutzausrüstung stehen bereit. Wir werden die BurgenländerInnen und Burgenländer auch weiterhin optimal und sicher versorgen können. Wir sind ein verlässlicher Partner für die BurgenländerInnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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