Vollversammlung der Burgenländischen LK

Eisenstadt, 23. 6. 2020

Regionalität bleibt wichtiger Faktor zur Stärkung der heimischen Landwirtschaft

Am 23. Juni fand die Vollversammlung der Burgenländischen Landwirtschaftskammer statt. Kernthemen der Vollversammlung waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die heimische Landwirtschaft, Unterstützungsmaßnahmen der Landwirtschaftskammer in der Krise, Hilfspakete der Bundesregierung sowie die Ablehnung der Kürzungen von Direktzahlungen in der GAP. Weiters wurde der Tätigkeitsbericht 2019 und der Rechnungsabschluss von der Vollversammlung angenommen.

lwk
Kammerdirektor Prof. DI Otto Prieler, Landwirtschaftskammerpräsident DI Nikolaus Berlakovich, LH-Stvin Mag.a Astrid Eisenkopf und Vizepräsident Landwirtschaftskammer Ing. Werner Falb-Meixner mit dem Tätigkeitsbericht 2019

Corona Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft

Der durch die Corona-Pandemie bedingte Lockdown am 13.03.2020 konfrontierte unsere Gesellschaft mit einer Situation, wie sie bisher noch nie dagewesen war. Covid19 hatte enorme Auswirkungen auf die Gesundheit, die Landwirtschaft, die Wirtschaft und das soziale Leben. Vor allem herrschte in der heimischen Land- und Forstwirtschaft große Verunsicherung. „Das plötzliche Wegbrechen von Absatzmärkten, die Sorge um die Aufrechterhaltung der Versorgung mit regionalen Lebensmitteln oder die Angst von fehlenden Arbeitskräften stellten unsere bäuerlichen Betriebe vor eine noch nie dagewesene Herausforderung“, stellte Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich fest.

 

Rasche Maßnahmen für die heimische Landwirtschaft

Aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen und zur Eindämmung des Coronavirus musste auch die Burgenländische Landwirtschaftskammer die persönliche Beratung einstellen. Doch mittels moderner Technik wurden die Beratungsgespräche und Anfragen weiterhin telefonisch oder per E-Mail beantwortet. „Wir haben auch in der Krise mit Hochdruck für unsere Bauern gearbeitet. Die Beratung hat weiterhin stattgefunden, ebenso wurden gratis Onlinekurse zur Weiterbildung angeboten. Wir konnten die Bauern auch in Krisenzeiten mit unseren Kanälen wie Newsletter, unserer Webseite und Facebook rasch und gezielt mit wichtigen Informationen zu Corona-Themen in der Landwirtschaft versorgen. Als Burgenländische Landwirtschaftskammer haben wir rasch und unbürokratisch Hilfe für unsere Bauern angeboten. So wurde gemeinsam mit den Landwirtschaftskammern der Bundesländer und den Bundesministerien für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, sowie für Arbeit, Familie und Jugend die Arbeitskräftevermittlungsplattform, dielebensmittelhelfer.at/, ins Leben gerufen, um dem drohenden Arbeitskräftemangel entgegen zu wirken,“ so Präsident Berlakovich.

 

Im Zug der Grenzschließungen trat am 27.03 in Ungarn ein Erlass in Kraft, dass alle ungarischen Berufspendler bei der Heimreise eine 14-tägige Quarantäne antreten müssen. Dies wäre fatal für die heimische Landwirtschaft gewesen. „Durch meinen persönlichen Einsatz und intensiven Gesprächen mit den zuständigen Ministern Köstinger, Edtstadler, Nehammer sowie Schallenberg und den ungarischen Behörden, konnten die Grenzübergänge für Schlüsselarbeitskräfte geöffnet bleiben. Dadurch konnte der Berufspendlerverkehr ohne Einschränkungen und auch die Bewirtschaftung ungarischer Flächen durch burgenländische Landwirte aufrecht gehalten werden. Ebenso konnte in weiterer Folge eine sukzessive Öffnung von, für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung wichtige, kleineren Grenzübergängen erreicht werden“, berichtete Präsident Berlakovich.

 

Umfangreiche Hilfsmaßnahmen für die heimische Land- und Forstwirtschaft

Durch den Härtefallfonds des Bundes in der Phase 1 konnten heimische Betriebe eine wichtige Soforthilfe in Anspruch nehmen. Der Härtefallfonds wurde in der Phase 2 adaptiert und angepasst. Zusätzlich steht den heimischen Landwirten der Corona-Hilfsfonds mit Haftungsgarantien und Zuschüssen zu weiterlaufenden Betriebskosten und Warenverlusten zur Verfügung. „Der Härtefallfonds war ein erster und wichtiger Schritt, um die Existenz unser bäuerlichen Betriebe zu sichern. Durch die Erweiterung des Härtefallfonds in der Phase 2 auf Nebenerwerbslandwirte und das Zulassen von Mehrfachversicherungen sowie dem Corona-Hilfsfonds erfolgte eine Stärkung der der heimischen Landwirtschaft“, so Präsident Berlakovich.

 

Berlakovich weiter: „Das kürzlich beschlossene Hilfspaket für die Land- und Forstwirtschaft ist ein wichtiger und nachhaltiger Schritt zur steuerlichen Entlastung der heimischen Betriebe und führt auch zur Stärkung der heimischen Forstwirtschaft. 350 Mio. Euro sind für die heimische Forstwirtschaft und 50 Mio. Euro als Entlastungsmaßnahme vorgesehen. Die Coronakrise hat uns deutlich vor Augen geführt, dass die Leistungen unserer heimischen Bauern unverzichtbar sind. Diese gilt es zu sichern.“

 

Regionalität – mehr als ein Trend

In dieser schwierigen Zeit war die heimische Landwirtschaft eine Stütze der Gesellschaft. „Regionalität ist mehr als nur ein Trend. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln ist. Das Gute wächst so nahe vor der Haustür, daher müssen wir auch in Zukunft unabhängig von Importen bleiben. Vor allem brauchen wir konventionelle und biologische Bauern, um die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln zu gewährleisten“, plädiert Präsident Berlakovich.

 

Berlakovich weiter: „Die Burgenländische Landwirtschaftskammer unterstützte mit gezielten Werbe-Kampagnen wie #kaufregional, #kochregional oder dem Buschenschank-Schmaus für z´Haus die regionale Produktion. Auf Bundesebene wurde im Rahmen des Regionalitätsgipfels ein stärkerer Schulterschluss aller Akteure, faire Preise von Seiten des Handels, sowie eine klare Herkunftskennzeichnung gefordert.“

 

 

Gemeinsame Agrarpolitik in der Coronakrise

Im Zuge der Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stehen weiter Kürzungen des Agrarbudgets im Raum. „Gerade in der Krise brauchen unsere Bauern Planungssicherheit und Kontinuität, um die Bevölkerung weiterhin mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln versorgen zu können. Daher lehnen wir eine Kürzung oder Umverteilung zu Ungunsten unserer Bauern ab. Weiters wollen wir die neue EU-Bioverordnung zum Schutz unserer Bauern auf das kommende Jahr verschieben. Der in Aussicht gestellte nationale Ausgleich bei eventuellen Kürzungen ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung der heimischen bäuerlichen Betriebe,“ sagt Präsident Berlakovich.

 

Rechnungsabschluss und Tätigkeitsbericht

Erfreulich ist, das gegenüber dem Voranschlag, im Rechnungsabschluss das Defizit halbiert werden konnte. Einig waren sich die Redner, dass das Minus von 372.898,72 Euro dennoch besorgniserregend ist. Um die Leistungen für unsere regionale Landwirtschaft aufrechterhalten zu können, bedarf es deshalb im Burgenland eine Unterstützung, wie es in anderen Bundesländern üblich ist. Der Rechnungsabschluss wurde einstimmig von der Vollversammlung in der vorliegenden Form beschlossen.

 

Im Rahmen der Vollversammlung der Burgenländischen Landwirtschaftskammer wurde der Tätigkeitsbericht 2019 mehrheitlich beschlossen. Im Tätigkeitsbericht wird die Arbeit der Landwirtschaftskammer als Interessenvertretung und als Beratungs- und Förderabwicklungsstelle für die burgenländischen Bäuerinnen und Bauern und für den ländlichen Raum aufgezeigt. Der Tätigkeitsbericht 2019 ist online unter www.lk-bgld.at abrufbar.

Weitere Wortmeldungen

Neben Landwirtschaftskammerpräsident DI Nikolaus Berlakovich meldeten sich bei der Vollversammlung auch die Kammerräte Ök.-Rat Ilse Gassler, Ök.-Rat Silvia Toth, Peter Wachter, Ök.-Rat Adalbert Endl, des Bauernbundes sowie Thomas Wallner und Mag. Eva Weinek von den SPÖ-Bauern als Debattenredner zu Wort.

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