Fachkräftestipendium auch für Pflege- und Betreuungsberufe

Pinkafeld, 1. 7. 2020

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Mit dem Sozialrechtsänderungsgesetz 2013 wurde das Fachkräftestipendium eingeführt, um Arbeitskräften bzw. arbeitslosen Personen mit geringer oder mittlerer Qualifikation für die Dauer von maximal drei Jahren eine Fachkräfteausbildung in Mangelberufen zu ermöglichen. Das Fachkräftestipendium erfreute sich regen Zuspruchs, war allerdings auf die technischen Berufsfelder beschränkt. Aus budgetären Gründen wurden 2015 die Typen der geförderten Ausbildungen reduziert und 2016 vom AMS keine Neuanträge angenommen. Ab 2017 war es wieder möglich, das Stipendium zu beantragen. 2019 erfolgte eine lang geforderte Ausweitung auf die Sozial- und Betreuungsberufe. Diesen Erfolg und die weiteren Aussichten für alle Betroffenen erläuterte Nationalratsabgeordneter Mag. Christian Drobits gemeinsam mit dem Direktor der SOB Pinkafeld, Mag. Karl Hirt, bei einer Pressekonferenz. Mit aktuell detaillierten Angaben aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage, die von Drobits gestellt wurde, wird ersichtlich, in welchem Ausmaß das Fachkräftestipendium bisher beantragt wurde und in welcher Form es zukünftig ausgeweitet werden soll, um Anreize und Chancen am Arbeitsmarkt zu schaffen.


Drobits: „Fachkräftestipendium als starker Motor für Sozial- und Betreuungsberufe in der Region!“
Große Nachfrage in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage bestätigt

Nationalratsabgeordneter Christian Drobits hat sich im Zuge seiner Tätigkeit bei der Arbeiterkammer und im Burgenländischen Landtag immer dafür eingesetzt, dass das Fachkräftestipendium (FKS), welches die Ausbildung interessierter BurgenländerInnen, insbesondere WiedereinsteigerInnen bzw. Arbeitslose, finanziell unterstützt, wieder mit der Berufssparte der Sozial- und Betreuungsberufe – neben den Pflegeberufen – in die Liste der förderbaren Ausbildungsstätten aufgenommen wird. Sein Engagement war 2019 von Erfolg gekrönt, nun evaluierte er in seiner Funktion als Abgeordneter im Nationalrat die Auswirkungen der Erweiterung des FKS in einer parlamentarischer Anfrage. Fazit: Das FKS in den Sozial- und Pflegeberufen wird dankbar genutzt.
„Oft sind Menschen zu mir gekommen, die mir berichtet haben, dass sie großes Interesse an einer Ausbildung im Sozialbetreuungs- und Pflegebereich hätten, es sich aber nicht leisten könnten, auf längere Zeit unversichert und ohne Einkommen eine Ausbildung zu machen. Leistungen wie das Fachkräftestipendium beim AMS gab es meistens nur für technische Berufsfelder, wo im Südburgenland jedoch die Betätigungsfelder noch fehlen“, erzählt Christian Drobits über seine Beweggründe, die Ausbildungen im Sozialbereich finanziell zugänglich zu machen.

Mit dem Sozialrechtsänderungsgesetz 2013 wurde das Fachkräftestipendium eingeführt, um Arbeitskräften bzw. arbeitslosen Personen mit geringer oder mittlerer Qualifikation für die Dauer von maximal drei Jahren einer Fachkräfteausbildung in Mangelberufen zu ermöglichen. Aus budgetären Gründen wurden 2015 die Typen der geförderten Ausbildungen reduziert und 2016 vom AMS keine Neuanträge angenommen. Ab 2017 war es wieder möglich, das Stipendium zu beantragen und 2019 erfolgte eine lang geforderte Ausweitung auf die Sozial- und Betreuungsberufe. In der Beantwortung des parlamentarischen Anfrage von Christian Drobits durch das Bundesministerium für Soziales wird deutlich ersichtlich, dass die Menschen im Burgenland diese Chance dankbar nutzen und auf diese Förderangebote zurückgreifen. „Seit der Wiederaufnahme der Ausbildungen im Sozial- und Betreuungsbereich in die Liste der genehmigten Fachkräftestipendien, zählt das AMS einen großen Zulauf an Anträgen. Das bestätigt meine Intention, dass es sich hier um eine sehr sinnvolle Maßnahme für die Menschen, die Region und den Arbeitsmarkt handelt“, freut sich Drobits über die hohe Nachfrage zum FKS, die aus der Beantwortung seiner parlamentarischen Anfrage ersichtlich wird.

Facharbeiter in Mangelberufen, und besonders im Sozialbetreuungs- und Pflegebereich, werden zukünftig im Burgenland stark gebraucht. Durch den Ausbau der Krankenanstalten und den „Zukunftsplan Pflege“, welche durch den demographischen Wandel erforderlich ist, sind diese Fachkräfte in der Zukunft unbedingt erforderlich. Mit dem schulischen Angebot im Sozialbetreuungsbereich wie die der SOB und der Gesundheits- und Krankenpflegeschule, kann auf diese Nachfrage ideal reagiert werden, indem die Menschen eine regionale Ausbildung mit regionaler Jobgarantie bekommen. Eine Ausbildung ist allerdings auch mit Kosten und versicherungstechnischen Herausforderungen verbunden. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen einen zweiten Bildungsweg leisten können. Das FKS ermöglicht somit, dass u.a. WiedereinsteigerInnen zu wichtigen Fachkräften in der Region ausbildet werden.

Im AMS Förderbudget 2020 sind für das Fachkräftestipendium im laufenden Jahr € 9 Mio. für das aktive Budget zweckgebunden. Im Burgenland gliederte sich die Anzahl der geförderten Ausbildungen im Laufe der letzten Jahre wie folgt:

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Der Direktor der SOB – Schule für Pflege- und Betreuungsberufe in Pinkafeld, Karl Hirt, schätzt die seit 2019 wiedereingeführte Möglichkeit des FKS sehr: „Der Gesundheits- und Sozialbereich ist der einzige Sektor am Arbeitsmarkt, in dem ältere Personen aufgrund ihrer persönlichen Reife und Lebenserfahrung sogar bessere Anstellungsmöglichkeiten vorfinden als Junge. Das Fachkräftestipendium ermöglicht durch die finanzielle Absicherung WiedereinsteigerInnen und Menschen, die aus welchem Grund auch immer eine berufliche Neuorientierung brauchen, eine Ausbildung mit Perspektive.“ Von den 40 derzeit im Burgenland aktiven Förderstipendien betreffen mehr als die Hälfte die SOB Pinkafeld.

Besonders für Frauen und Familienmütter ist das FKS eine große Erleichterung, da oft ohne finanzielle Unterstützung eine Ausbildung nahezu unmöglich gemacht wird: „Ohne das Fachkräftestipendium wäre sich der Gang zurück zur Schulbank nur schwer bis gar nicht ausgegangen. Ich bin dankbar, dass ich diese Möglichkeit nun nutzen kann und freue mich auf meinen neuen Beruf im Sozialbereich“, schwärmt Karin Novakovits, Schülerin der SOB Pinkafeld und Bezieherin des Fachkräftestipendiums.

„Die Wiederaufnahme der Sozial- und Pflegeberufe in die Liste der förderbaren Ausbildungen ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und für die ganze Region“, resümiert Landtagspräsident Kurt Maczek, „die Menschen haben hier die Chance auf eine hochkarätige Ausbildung und anschließender Jobgarantie in der Region. Mit dem Fachkräftestipendium wird nicht nur die Situation am Arbeitsmarkt ausgeglichen, sondern auch der Fachkräftemangel entschärft. Diese Förderung ist eine sehr wichtige, nachhaltige Maßnahme, vor allem im Pflege- und Sozialbereich!“

 

Zum Fachkräftestipendium:

Die derzeit geltende Richtlinie Fachkräftestipendium erlaubt die Förderung von Ausbildungen, die frühestens am 1.1.2017 und spätestens am 31.12.2020 beginnen oder wiederaufgenommen und zur Gänze in Österreich absolviert werden. Die Voraussetzungen werden erfüllt, wenn in den letzten 15 Jahren mindestens 4 Jahre eine Beschäftigung vorlag, kein Abschluss einer Fachhochschule,
pädagogischen Hochschule oder Universität gemacht wurde und die Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllt werden. Die Ausbildung muss mindestens 3 Monate dauern und 20 Wochenstunden über die gesamte Ausbildungsdauer umfassen.

Der sozialpartnerschaftlich besetzte Verwaltungsrat des Arbeitsmarktservice hat Qualifizierungen in Sozialbetreuungsschulen mit Ausbildungsbeginn ab 1.1.2019 in die Liste der förderbaren Ausbildungen aufgenommen. Vor allem im Bereich Altenpflege wird damit ein nicht unwesentlicher Beitrag zur Verringerung des Fachkräftemangels geleistet.

Die Liste der über das Fachkräftestipendium förderbaren Ausbildungen wird jährlich evaluiert und bei Bedarf entsprechend adaptiert. Entscheidendes Aufnahmekriterium ist dabei immer die
Voraussetzung einer entsprechenden Nachfrage der zu fördernden Ausbildung am Arbeitsmarkt. Der sozialpartnerschaftlich besetzte Verwaltungsrat des AMS wird sich in den kommenden Monaten mit der Frage der Weiterführung des Fachkräftestipendiums und dessen Rahmenbedingungen befassen.

 

 

 

 

 

 

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