Niessl: „Öffentlich finanzierte Sportstätten sollten in Schulferien zugänglich sein“

Eisenstadt, 3. 7. 2020

Sport Austria-Präsident Hans Niessl hat die 2019 fertiggestellte Leichtathletik-Anlage in Eisenstadt im Rahmen des Raiffeisen Austrian Top Meetings besucht und dabei u.a. die ÖLV-Stars Lukas Weißhaidinger und Ivona Dadic getroffen. Anlässlich des Ferienbeginns in den östlichen Bundesländern plädierte Österreichs Sportoberhaupt erneut für eine Öffnungspflicht von öffentlich finanzierten Schulsportstätten für Sportvereine an schulfreien Tagen.

bso
Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner, Lukas Weißhaidinger, Ivona Dadic, Hans Niessl und Rolf Meixner

Niessl: „Ich habe in Eisenstadt tolle Leistungen auf einer modernen Anlage gesehen! Diese Anlage ist ein Musterbeispiel für einen neuen Sportstättenbau in Österreich. Sie ist für den Spitzen-, Breiten- und Schulsport konzipiert und steht jedem zur Verfügung. Natürlich ist sie auch in den Sommermonaten geöffnet.“ Ein Umstand, der Niessl besonders am Herzen liegt: „Öffentlich finanzierte Sportstätten, insbesondere Schulsportstätten, sollten der Öffentlichkeit zugänglich sein.“ Zuletzt hat es diesbezüglich eine positive Entwicklung gegeben.

So hat sich das Bildungsministerium dieser Anregung des organisierten Sports insofern angenommen, als es die Bundesschulen nun auffordert, Vereinen ihre Sporteinrichtungen für zumindest zwei Wochen während der Sommermonate zu öffnen. Niessl: „Ein erster Schritt. Künftig sollte dies verpflichtend für den gesamten Sommer und für alle schulfreien Tage gelten. Gerade in Zeiten wie diesen muss es in den Schulferien umfangreiche, kostengünstige Bewegungsangebote für die Bevölkerung geben.“

Eine vor der Coronakrise von Sport Austria bei SportsEconAustria in Auftrag gegebene Studie belegt, dass eine Öffnung der Schulsportstätten auch an schulfreien Tagen viele Vorteile bringen würde. Und zwar auf mehreren Ebenen:

So betrugen vor der Krise die Einnahmen der Schulen durch Aufwendungen der Vereine für Schulsportstätten bereits rund 48 Mio. Euro/Jahr. Da die Vereine vor „Covid-19“ einen Mehr-Bedarf von 940.000 Stunden/Jahr anmeldeten, könnten die Schulen, sobald wieder Normalität eingekehrt ist, durch die erweiterte Öffnung noch zusätzlich bis zu 13,4 Mio. Euro/Jahr lukrieren. Diese Einnahmen entsprechen einer Bruttowertschöpfung von 54,9 Mio. Euro/Jahr. Außerdem gäbe es durch die erweiterte Öffnung weitere Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem.

Diese würde netto (nach Abzug der Unfallkosten) bis zu 23,66 Mio. Euro/Jahr ausmachen. Insgesamt ist bereits jetzt eine jährliche Einsparung von 530 Millionen Euro auf Sport und Bewegung zurückzuführen.

 

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