Präsident Moosbrugger und Präsident Berlakovich besuchen den ersten Ingwerbetrieb Österreichs

St. Andrä/Zicksee, 15. 7. 2020

Anlässlich der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich 2020 im Burgenland besuchten Josef Moosbrugger, Österreichischer Landwirtschaftskammerpräsident und Nikolaus Berlakovich, Burgenländischer Landwirtschaftskammerpräsident den Familienbetrieb Kern in Illmitz. Der Betrieb von Familie Kern ist ein mittelständischer Betrieb und bewirtschaftet auf 60 Hektar Kulturen Frühkartoffeln, Saatmais und Getreide. Seit 2017 baut die Familie Ingwerknollen an. Der innovative burgenländische Betrieb war der erste in Österreich, der die exotische Ingwerpflanze bewirtschaftete.

lwk
Präsident Nikolaus Berlakovich (LK BGLD) und Präsident Josef Moosbrugger (LKÖ) besichtigten den Ingwerbetrieb von Familie Kern in St. Andrä

„Dieser Betrieb ist ein gutes Beispiel für den Mut der heimischen Bäuerinnen und Bauern, neue Wege einzuschlagen und Absatzmärkte anzupacken. Ganz Österreich profitiert, wenn Importe durch Regionales ersetzt werden. Das nützt unserem Klima und bringt Arbeitsplätze, auch im vor- und nachgelagerten Bereich. Eine echte Win-Win-Situation!“, betonte LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger beim Betriebsbesuch.

„Wir sind sehr stolz auf unsere innovativen burgenländischen Betriebe. Die exotische Frucht Ingwer zu bewirtschaften ist ein Beispiel dafür, wie kreativ aber auch mutig unsere Betriebe sind. Durch diese Ideen schaffen sie Marktvorteile und geben auch den Konsumenten die Möglichkeit, exotische und vor allem regionale Produkte zu kaufen“, so Präsident Berlakovich.

Vom Anbauversuch zur erfolgreichen Ernte

Im Herbst 2017 wurde gemeinsam mit der Erzeugergemeinschaft Seewinkler Sonnengemüse (SSG) die Idee geboren, Ingwer zu kultivieren. Versuche dieser Art wurden schon vorher durchgeführt. Nicht nur die Natur hat sich verändert und damit die Pflanzen, die bei uns gedeihen, auch die Betriebe haben sich den geänderten Bedingungen angepasst. So wurden im Mai 2018 auf rund 400 m² im Folientunnel und im Freiland auf 2.800 m² Exemplare angebaut. Wobei sich jene im geschützten Anbau wesentlich prächtiger entwickelten. Der Sommer 2018 war ideal für die exotische Pflanze, der Anbauversuch ging auf, denn Ingwer wächst unter tropischen und subtropischen Klimaverhältnissen am besten. Bewässert wird die tropische Pflanze mittels Tröpfchen-Bewässerung.

Aufgrund der hervorragenden Ernte 2018 wurde die Fläche erweitert. Mittlerweile sind alle Ingwerpflanzen im geschützten Anbau kultiviert, da hier die besten Voraussetzungen herrschen.

Familie Kern produziert frischen Ingwer. Frischer Ingwer hat keine dunkle, holzige Schale im Unterschied zum normal käuflichen, bis zu einem Jahr alten Ingwer im Supermarkt. Daran wird auch der Unterschied zwischen frischem und lang gelagertem Ingwer deutlich.

„Den frischen Ingwer essen die Asiaten selbst. Das, was zu uns kommt, ist die Lagerware“, berichtet Claudia Kern.

Ingwer wird im Frühjahr bei ca. 18 Grad Celsius, per Handarbeit, ausgesetzt. Die Ernte des jungen Ingwers erfolgt im Herbst. Meistens wird im September mit der Ernte begonnen, das ist jedoch witterungsbedingt unterschiedlich.

 

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