ÖVP: Neue Erkenntnisse im Mattersburger Bank-Skandal: Land war Aufsichtsbehörde

Eisenstadt, 23. 7. 2020

Der Mattersburger Bank-Skandal erschüttert das ganze Land. In dieser schwierigen Situation ist uns besonders wichtig, dass den betroffenen Personen, Betrieben und Gemeinden rasch geholfen wird. Hier muss es umgehend Soforthilfemaßnahmen des Landes in Form einer Garantie für die nächsten drei Monate geben. „Die Politik muss dafür sorgen, dass dieser Bank-Skandal lückenlos aufgeklärt wird. Denn die aktuellen Erkenntnisse zeigen, dass das Land eine zentrale Rolle im Mattersburger Bank-Skandal hatte. Das Land war Aufsichtsbehörde über die Kreditgenossenschaft der Commerzialbank“, so ÖVP-Klubobmann Markus Ulram und Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas.

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Klubobmann Markus Ulram und Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas

Land Burgenland war Aufsichtsbehörde

„Seit Tagen versuchen SPÖ-Landesverantwortliche jegliche Beziehung mit der Commerzialbank zu verleugnen. Tatsache ist, dass das Land Burgenland jedoch eine wesentliche Rolle innehatte: Das Land hatte die Funktion des Revisionsverbandes der Commerzialbank-Kreditgenossenschaft. Somit war das Land Aufsichtsbehörde über den Hauptaktionär der Commerzialbank Mattersburg AG“, erläutert Fazekas.

Bei genauerem Hinsehen fällt auch auf, dass das Land sich für die Prüftätigkeit einer Wirtschaftsprüfungskanzlei bedient und die TPA Wirtschaftsprüfung GmbH beauftragt hat. Das ist genau dieselbe Kanzlei, die auch die Commerzialbank Mattersburg im Burgenland Aktiengesellschaft überprüft hat.

Spannend ist auch, dass im Jahr 2015 das Land Burgenland die Aufsicht der Kreditgenossenschaft nicht mehr durchführen wollte. Mit der Begründung „es stehen nicht die entsprechenden personellen Ressourcen“ zur Verfügung. Das, obwohl seit über einem Jahrzehnt die TPA Group für die Prüfung beauftragt wurde. Das Ansinnen, die Aufsichtsrolle los zu werden, war im selben Jahr, in dem die Finanzmarktaufsicht eine Anzeige wegen eines Untreueverdachts erstattet hat.

„Diese Erkenntnis ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen Betroffenen. Das Land versucht sich aus der Affäre zu ziehen, hängt aber tief in diesem Skandal drin. Die Volkspartei Burgenland wird alle Möglichkeiten zur vollständigen Aufklärung ausschöpfen“, so Fazekas.

 

Verantwortung bei Christian Illedits

„Das Ausmaß des Mattersburger Bank-Skandals ist erschreckend. Die täglich neuen Enthüllungen rund um hochrangige SPÖ-Landespolitiker ebenfalls. Besonders im Fokus steht dabei Christian Illedits. Er hatte nicht nur durch seine zahlreichen Vereins- und Parteifunktionen Beziehungen zu Martin Pucher, sondern war auch als Landesrat für die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften und somit auch für die Commerzialbank-Kreditgenossenschaft zuständig“, schildert Klubobmann Markus Ulram das Verhältnis von SPÖ-Landesrat Illedits zu Martin Pucher.

Die Rolle von Landesrat Christian Illedits ist nicht nur in seiner Aufsichtsfunktion über die Genossenschaft zu durchleuchten, sondern auch in Bezug auf seine politische Tätigkeit im Bezirk Mattersburg.  Es gab in der Vergangenheit immer finanzielle Zuwendungen von der Commerzialbank Mattersburg mit Bankenchef Martin Pucher an den ASKÖ Burgenland. Christian Illedits war dort über 10 Jahre (2008-2019) Präsident.

Bekannt ist ebenfalls, dass der ASV Draßburg mit 60.000 Euro jährlich von Martin Pucher unterstützt wurde. Präsident des ASV Draßburg ist der amtierende SPÖ-Landesrat Christian Illedits. Somit sind geschäftliche Beziehungen zwischen Illedits und Pucher nachgewiesen.

Darüber hinaus sind Christian Illedits und Martin Pucher gemeinsam mit anderen SPÖ-Größen wie Ingrid Salamon und Herbert Oschep im Aufsichtsrat der Fußballakademie Burgenland GmbH und der Fußballakademie Mattersburg Errichtungs-GmbH. Das Zusammenspiel von Christian Illedits und Martin Pucher zeigt sich auch an folgendem Beispiel: Der Vertrag von Ex-Chefcoach und sportlichem Leiter Franz Lederer (SV Mattersburg) wurde  2018 aufgelöst. Mit 1. Jänner 2019 übernahm er die Trainerstelle beim ASV Draßburg. 2 Monate später wurde Lederer im Land angestellt und mit Jahresbeginn ins Sportreferat versetzt. Zuständig für Sportwesen im Burgenland ist SPÖ-Landesrat Christian Illedits.

„Jetzt ist Christian Illedits am Ball, für volle Aufklärung in diesem roten Netzwerk zu sorgen“, fordert Ulram abschließend.

 

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