Ein Studienjahr wie kein anderes – FH Burgenland zieht Bilanz

Eisenstadt, 29. 7. 2020

Mit Beginn des Sommersemesters 2020 stellte Corona die Welt auf den Kopf. Dennoch zieht die FH Burgenland eine positive Bilanz. Zwar fehlt nach wie vor eine faire Finanzierung von FH-Studiengängen durch den Bund und ein klares Bekenntnis der Landes-hauptstadt zur FH. Ungemein positiv sei, dass man bravourös durch das Corona-Semester gekommen ist und so viele Bewerber und Studierende wie nie zuvor verzeichnet. Zwei weitere Studiengänge am Standort Pinkafeld sind gesichert, die Qualität weiter gestiegen und die Digitalisierung an der FH mit großen Schritten vorangekommen.

fh

„Die FH Burgenland zählt zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen des Landes, hat die Corona-Situation mit Bravour gemeistert und leistet für Wirtschaft und Gesellschaft ungemein viel“, unterstreicht Bildungslandesrätin Daniela Winkler. Es sei vor allem sichergestellt worden, dass jede Studentin und jeder Student ohne Nachteile im Studium gut vorankommt. Die Hochschule habe als Arbeitgeber alle 800 haupt- und nebenberuflich Angestellten auch in Krisenzeiten weiter beschäftigt. „Die FH Burgenland ist schon deshalb als Institution selbst von großer Bedeutung, wirkt aber in die burgenländische Wirtschaft, öffentliche Institutionen und die Gesellschaft weit hinein. Sie trägt wesentlich zu Innovation und Zukunftsperspektiven im Land bei,“ betont Winkler. Besonders im Fokus stehen dabei die Themen Nachhaltigkeit, neues Wirtschaften und modernes Management, Internationalität, Digitalisierung und Cyber-Security sowie Sicherheit in der Gesundheitsversorgung und in sozialen Dienstleistungen. „Die FH ist hier oftmals Wegweiser und Vorreiter.“

 

Zukunftsplan Burgenland stellt Weichen in erfolgreiche Zukunft
„Wir werden die FH und die Studierenden auf diesem erfolgreichen Weg weiter unterstützen und es wird an der FH Burgenland auch weiterhin keine Studiengebühren geben “, stellt Winkler einmal mehr klar. Das Team der Hochschule werde zudem intensiv daran arbeiten, das Studienangebot auszubauen. Besonders gefördert werden sollen Personen mit hoher beruflicher Kompetenz, aber ohne klassische Matura. Diesen soll ein Hochschulzugang noch besser ermöglicht werden. Im Verbund mit rund einem Dutzend internationaler Universitäten baue man andererseits Doktoratsprogramme weiter aus.

Das Land Burgenland verstehe sich als wichtiger Partner der Hochschule, sagt Winkler. Das Land trage mit rund 4,3 Mio. Euro jährlich zur Finanzierung der Infrastruktur ebenso bei wie zum Ausbau von Gesundheitsstudiengängen und von Forschungsaktivitäten. „Während Bund und Eisenstadt de facto Mittel kürzen, hat das Land ‚Studieren im Burgenland‘ forciert und die finanzielle Basis gestärkt.“
Zudem werde der Campus Pinkafeld um rund 30 Mio. Euro ausgebaut und zwei weitere Forschungszentren errichtet, erläutert Winkler: „Investitionen in Bildung heute sind die Erfolge von morgen.“

Ein besonderes Ärgernis sei, dass die Bundesregierung die jährliche Teuerung den FHs nicht abgelte. Mittlerweile betrage die Lücke zwischen Inflation und Höhe der Studienplatzförderung mehr als 30%, etwa 2.450 Euro pro Studierendem und Jahr. „Ich stehe da voll auf Seite der Hochschule“, betont Winkler und verweist auf gleichlautende Forderungen nach fairer Finanzierung der Landeshauptleute-Konferenz, der FH-Konferenz oder auch von Wirtschaft, Arbeiterkammer und Industrie. Zuletzt hat sich der Landtag für eine faire Finanzierung ausgesprochen und an die Bundesregierung appelliert. „Um die Qualität weiter zu sichern, braucht es eine Anhebung der Fördersätze um mindestens 10% – und zwar nicht irgendwann, sondern mit dem kommenden Studienjahr“, betont Winkler.

 

Corona hat Teamgeist weiter gestärkt
Dass die FH Burgenland „Besonderes zusammenbringt“, habe sie mehrfach bewiesen, sagt FH Geschäftsführer Georg Pehm. „Nie schien dieser Satz jedoch so treffend wie in den letzten Monaten.“ Innerhalb weniger Tage habe man es geschafft, die gesamte Lehre ins Netz zu verlegen – mit dem Effekt, „dass keine Studentin und kein Student Nachteile im Studienverlauf in Kauf nehmen muss“. Bei einer österreichweiten Umfrage unter 5.000 Studierenden wurde die FH Burgenland dafür mit Platz 1 aller Universitäten und Hochschulen belohnt, was die Zufriedenheit mit der Online-Lehre betrifft.

„Alle Beteiligten haben ungemein verständnisvoll und aktiv an der Corona-Umstellung mitgearbeitet.“ Jeder sei bereit gewesen, die „Extra-Meile“ zu gehen. „Die letzten Monate machten wiederum erlebbar, dass die FH Burgenland ein Ort ist, wo Ellbogen tatsächlich nur zum Grüßen eingesetzt werden. Solidarität, Teamgeist und Empathie sind weiter gewachsen. – Das ist großartig.“

Nicht nur Corona bedingt zählt das letzte Studienjahr zu den intensivsten in der 26-jährigen Geschichte der Hochschule. „Noch nie zuvor hatte die FH mit 4.656 (+11,5% gegenüber dem Vorjahr) so viele Studierende, noch nie ein so breites Angebot mit 60 Ausbildungsprogrammen und mit rund 2.700 auch noch nie so viele Bewerbungen um einen Studienplatz, wie heuer“, zählt Pehm auf. Der letzte Punkt sei jedoch nicht nur Grund zum Freuen, sagt Pehm: „Wir sehen die hohe Bewerberzahl mit einem lachenden und einem weinenden Auge – einerseits unterstreicht dies, wie attraktiv das Studienangebot ist. Andererseits schmerzt uns, dass doppelt so viele keinen Studienplatz bekommen können.“

 

Digitale Kompetenz gestiegen, zwei neue Studienangebote
Auf die außergewöhnlichen Leistungen aller Lehrenden weist auch Silvia Ettl-Huber hin. Sie ist Vizerektorin für Forschung und Innovation sowie Leiterin des Departments Wirtschaft an der FH: „Der Wechsel von Präsenz-Lehre ins Internet funktioniert ja nicht auf Knopfdruck”, erklärt sie. „Tausende Lehrveranstaltungen mussten neu konzipiert und überarbeitet werden, um eine gute digitale Lehre sicherzustellen.“ Breite Erfahrung, hohe Kompetenz und Kommunikation auf Augenhöhe sei dabei besonders wichtig gewesen. Nicht umsonst bezeichnet sich die FH Burgenland als „wahrscheinlich persönlichste Hochschule Österreichs“. Die digitale Kompetenz habe geholfen. „Uns war es wichtig, von Anfang an ganz offen mit unseren Studierenden und Lehrenden zu kommunizieren. Deshalb haben wir uns auch früh überlegt, wie die Lehre im Herbst weitergehen kann,“ sagt Ettl-Huber. Angesichts der Corona-Entwicklung sei geplant, den Fokus weiter stark auf online zu setzen, Präsenzlehre aber dort, wo sie notwendig ist, so sicher wie möglich zu organisieren.

Als „wichtige Entwicklungsetappen“ bezeichnet Ettl-Huber auch den Ausbau des Studienangebots, der in diesem Jahr gelungen ist. Neben einem neuen Bachelorstudiengang „Softwareentwicklung und vernetzte Systeme“, der im September am Standort Pinkafeld startet, soll es ab Herbst 2021 einen weiteren im Bereich „Angewandte Elektronik und Photonik“ geben. „Unsere Konzepte haben sich gegen hochrangige Konkurrenz durchgesetzt“, betont Ettl-Huber. „Durch unsere beiden neuen Studiengänge in Pinkafeld können wir unser Studienangebot zielgerichtet ausweiten und unsere Kompetenzfelder weiter stärken. Wir sind damit nicht nur up-to-date, sondern vielmehr up-to-future.“

 

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