Landesrat Christian Illedits ist zurückgetreten

Eisenstadt, 1. 8. 2020

spö
LR Christian Illedidts, SPÖ

Heute, am späten Nachmittag, hat Sozial- und Wirtschaftslandesrat Christian Illedits seinen Rücktritt bekanntgegeben.. Hauptgrund dafür sei ein Geschenk des SV Mattersburg, in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Fußballakademie Burgenland. Es geht dabei um ein 100 Gramm Goldblatt mit einer Vereinswidmung im Wert von heute ca. 5.000 Euro.

Kurz nach der Bekanntgabe des Rücktritts, nahm auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil Stellung: Er halte diesen Schritt für richtig und habe ihn daher zur Kenntnis genommen, heißt es in einer Presse-Aussendung: „Christian Illedits hat aus freien Stücken die Konsequenz aus einem einmaligen Fehlverhalten gezogen. Ich habe Respekt davor, dass er seine politische Verantwortung in dieser Weise wahrnimmt.“

 

 


Die Erklärung von Christian Illedits im Wortlaut

„Ich habe gestern Abend dem Landeshauptmann des Burgenlandes, Hans Peter Doskozil, mitgeteilt, dass ich meine Funktion als Landesrat der Burgenländischen Landesregierung und alle meine damit zusammenhängenden öffentlichen Funktionen zurücklege.

Ich mache das, weil mir ein persönlicher Fehler unterlaufen ist, der in meinem Verständnis von Ehrlichkeit und Anstand in der Politik nach politischen Konsequenzen verlangt.
Der Fußballverein SV Mattersburg hat mir in meiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Fußballakademie Burgenland zu meinem 60. Geburtstag ein persönliches Geschenk gemacht, das ich nicht hätte annehmen dürfen. Ich habe ein 100g Goldblatt mit einer Vereins-Widmung im Wert von heute ca. 5.400 Euro erhalten und bei mir zuhause als Souvenir und Erinnerungsstück abgelegt. An eine finanzielle Verwertung habe ich alleine schon aufgrund der persönlichen Widmung nie gedacht.

Eine anonyme Anzeige hat mich nun wieder daran erinnert. Natürlich habe ich meinen Anwalt beauftragt, das Goldstück wieder zurück zu geben.

Ich kann heute nicht mehr sagen, warum ich dieses Geschenk angenommen habe. Sie können es Dummheit nennen oder Gedankenlosigkeit, beides ist unverzeihlich. Ich versichere, dass mich dieses Geburtstagsgeschenk nie in irgendeiner Weise in meinen politischen Entscheidungen beeinflusst hat.

Ich bin schon zu lange in der Politik, dass ich nicht wüsste, dass nun die massiven Angriffe gegen meine Person noch intensiver werden. Vor allem die ÖVP versucht, mir aufgrund meiner kurzen politischen Zuständigkeit für Wirtschafts- und Erwerbsgenossenschaften im Zusammenhang mit dem Kriminalfall Commerzialbank eine zentrale Rolle zuzuschreiben.

Diese persönlichen Untergriffe halte ich aus, weil ich weiß, dass ich mir hier nichts vorzuwerfen habe. Wogegen ich mich aber auch als Privatperson mit allen Mitteln wehren werde, sind Versuche, meine Familie, die Landesregierung und meine Partei, die SPÖ Burgenland in dieses politische Spiel hineinzuziehen.

Es tut mir unendlich leid, dass ich das große Vertrauen, das der Landeshauptmann, meine Kolleginnen und Kollegen in der Landesregierung, mein Team, meine Wählerinnen und Wähler in mich gesetzt haben, enttäuscht habe und hoffe, dass man mir irgendwann auch verzeihen kann.

Ich habe leidenschaftlich gerne für unser Burgenland und im Besonderen für die Burgenländerinnen und Burgenländer gearbeitet. Ich bedanke mich bei allen, mit denen ich in den vergangenen Jahrzehnten an der positiven Weiterentwicklung unseres Heimatlandes arbeiten durfte.“


ÖVP Sagartz zu Rücktritt von Illedits: „Wer hat noch profitiert?“

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Mag. Christian Sagartz, ÖVP Landesparteiobmann

Für den gf. ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz stellt sich die Frage, wer noch vom System Martin Pucher profitiert hat und wer noch „Geburtstagsgeschenke“ bekommen hat? Die SPÖ muss nach dem Schuldeingeständnis und Rücktritt von Christian Illedits alle Fakten auf den Tisch legen. Es gibt sehr viele Geschädigte – von Privatpersonen und Gemeinden über Vereine bis hin zu Unternehmern. „Diese Betroffenen haben das Recht zu erfahren, was mit ihren Geldern passiert ist und wer profitiert hat. Doskozil als verantwortlicher Vertreter des Landes und der SPÖ hat noch vor ein paar Tagen Illedits verteidigt, nun ist er in der Pflicht und muss für volle Aufklärung sorgen“, so der gf. ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz.

 Für die Volkspartei war von Anfang klar: SPÖ-Landesrat Christian Illedits muss den Weg für vollständige Aufklärung frei machen. Nun wurde bekannt, dass er verbotenerweise sogar ein Gold-Geschenk bekommen hat.  Als Amtsträger wird sich Illedits nun vor dem Strafrichter zu verantworten haben. „Illedits hat erkannt, dass er zurücktreten muss, um völlige Aufklärung zu ermöglichen“, so der gf. ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz abschließend.


Grüne, Petrik: „Verbotene Geschenkannahme ist kein Kavaliersdelikt, der Rücktritt längst überfällig“

 

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LAbg. Mag. Regina Petrik, Grüne

Für die GRÜNEN ist der Rücktritt von Christian Illedits schon überfällig. „Christian Illedits hat Ämter und Funktionen gesammelt wie kaum ein anderer im Burgenland. Er lässt sich Goldbarren schenken, seinen Fussballverein mit unglaublichen Summen sponsern und soll dafür keinerlei Gegenleistungen erbracht haben?“, wundert sich die GRÜNE Klubobfrau Regina Petrik und verweist auch auf die Tatsache, dass Illedits nicht aus freien Stücken seinen Posten räumt, sondern weil ihn eine Anzeige dazu zwingt.

Die GRÜNEN fordern weiterhin mehr Transparenz bei der Bestellung von Aufsichtsräten in den Unternehmungen des Landes._

 

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