Sommer 1989 – „Durch den Eisernen Vorhang in die Freiheit“

Bildein, 24. 8. 2020

Pfarrer Dr. László Rátkai als unentgeltlicher Fluchthelfer

Als im Sommer 1989 Tausende DDR-Bürger während ihres Urlaubes in Ungarn die Flucht in den Westen planten, suchten viele Flüchtlinge vorerst Pfarrämter auf und baten die Geistlichen um Hilfe. Dr. László Rátkai ist seit 37 Jahren Pfarrer in der etwa 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde Ják an der ungarisch-burgenländischen Grenze und hat dabei zahlreichen Hilfesuchenden nicht nur geistlichen Beistand geleistet.

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LAbg. Bgm. Walter Temmel, Pfarrer Dr. László Rátkai und Wolfgang Bachkönig

Rátkai hat viele Flüchtlinge im Pfarrhaus aufgenommen, verköstigt, ihnen Mut zugesprochen und sie dann persönlich mit seinem Auto zur Grenze gebracht. Unter anderem auch die Familie Fritz, der nach einer mehrstündigen Odyssee – wobei sie einige Male im Kreis gingen – die Flucht nach Bildein gelang. Dolores und Hans-Michael Fritz haben ihre Helfer von damals nicht vergessen. Sie suchten bereits mehrmals jene Stelle auf, an der sie den ersten Schritt in die Freiheit getan haben, und sind sowohl mit Bürgermeister Walter Temmel aus Bildein und Pfarrer Rátkai persönlich befreundet.

Der Buchautor Wolfgang Bachkönig hat die Ereignisse von damals in seinem Buch „Sommer 1989… durch den Eisernen Vorhang in die Freiheit“ niedergeschrieben, Pfarrer Rátkai gemeinsam mit Walter Temmel besucht und ihm ein Exemplar mit persönlicher Widmung übergeben.

Rátkai war sichtlich gerührt und sagte: „Ich erinnere mich noch heute gerne an den Sommer 1989 und bin stolz, dass ich diesen Menschen damals geholfen habe. Wahrscheinlich hat es Gott so gewollt, dass ich trotz Beschattung durch die Gemeindienste von Repressalien verschont geblieben bin.“

 

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