ASVÖ: Ohne Kantine verhungern unsere Vereine

Eisenstadt, 21. 10. 2020

Ab Freitag verschärft die Bundesregierung erneut die Maßnahmen im Kampf gegen Corona – mit gravierenden Folgen für den Sport.

ASVOe

„So notwendig und wichtig geeignete Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind, so wenig zielführend und existenzgefährdend sind einige der aktuellen Vorschriften“, kritisiert Robert Zsifkovits, Präsident des ASVÖ Burgenland. Für den ehrenamtlichen Spitzenfunktionär dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden: „Warum können Gaststätten und Kioske offengehalten werden, während Kantinen selbst bei zeitgleichem Spielbetrieb geschlossen bleiben müssen? Weshalb dürfen 15 Kinder in einer Volksschulklasse sitzen, aber nicht gemeinsam in einem Turnsaal ein Tanztraining machen? Das ist ebenso unverständlich, wie die willkürlichen zahlenmäßigen Beschränkungen von Personen bei Training, Wettkampf und Eventbesuchen. Solche Maßnahmen lassen sich zwar leichter verordnen als Beschränkungen, welche die örtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen, schaden dem Sport aber massiv. Ohne Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Eintritt und Kantinen verhungern unsere Vereine.“

Es brauche daher flexiblere Durchführungsbeschränkungen, welche auf die lokalen Gegebenheiten und die betroffene Personenstruktur – Kinder, Erwachsene und Senioren – angepasst sind. „Es macht doch keinen Sinn, dass ins Ernst-Happel-Stadion aktuell gleich wenig Zuschauer reindürfen, wie in ein Zweitligastadion“, erklärt der Präsident des größten burgenländischen Sportverbands beispielhaft. Zudem sollten die verhängten Maßnahmen ein Mindestmaß an Planungssicherheit ermöglichen, so Zsifkovits: „Da die Bestimmungen im Wochenrhythmus geändert werden, sind unsere Vereine erzwungenermaßen im Blindflug unterwegs. Niemand weiß, ob die ständig neu zu entwickelnden Präventionskonzepte oder adaptierten Sportangebote am nächsten Morgen überhaupt noch gültig sind. Der organisierte Sport ist noch nicht über den Berg und das kann in niemandes Interesse sein.“

Der Präsident des ASVÖ Burgenland zeigt jedoch Verständnis für die Notwendigkeit von Maßnahmen: „Die Situation ist auch für die politischen Entscheidungsträger keine einfache und es braucht klare Regeln im Kampf gegen Corona, das steht außer Frage. Doch mündliche Ankündigungen ohne vorliegende Verordnungstexte sowie verschiedene Lösungen auf nationaler und regionaler Ebene verkomplizieren die Situation zusätzlich. In Niederösterreich erhalten Sportvereine etwa bei verordneten Geisterspielen eine finanzielle Entschädigung, im Burgenland nicht. Wer hat da noch den Überblick!?“

 

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