Vollversammlung der Burgenländischen Landwirtschaftskammer: Vertrag mit Land noch offen

Eisenstadt, 17. 12. 2020

Resolution der Vollversammlung fordert fairen Vertrag mit der Landesregierung.

Am 17. Dezember fand die Vollversammlung der Burgenländischen Landwirtschaftskammer (LK) coronabedingt im kleineren Rahmen statt. Kernthemen der Vollversammlung waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die heimische Landwirtschaft, eine Resolution an die Landesregierung, der Voranschlag 2021, Unterstützungsmaßnahmen der Landwirtschaftskammer in der Krise, Hilfspakete der Bundesregierung sowie das Agrarbudget und der aktuelle Stand der GAP Verhandlungen.

lwk
Nikolaus Berlakovich, Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer und Werner Falb-Meixner, Vizepräsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer

Der Voranschlag war zentrales Thema der Vollversammlung

In der Vollversammlung wurde der Voranschlag 2021 zur Beschlussfassung präsentiert. Dieser weist einen Abgang von 964.500,00 € auf. Dieser Abgang resultiert auch aus der derzeit im Raum stehenden Kürzung der Landesmittel um 400.000 €. „Gerade in der Coronakrise haben unsere bäuerlichen Betriebe gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer bewiesen, dass sie die Bevölkerung im Burgenland mit sicheren und ausreichenden Lebensmitteln versorgen können. Die Vereinbarungen zum derzeitigen Landesvertrag wurden von der Landwirtschaftskammer erfüllt und die Ziele sogar übertroffen. Der Bio-Weg der Landesregierung wäre ohne die Beratung und Unterstützung durch die Landwirtschaftskammer nicht möglich gewesen“, so Präsident Berlakovich.

Berlakovich weiter: „Ein 21-prozentige Kürzung der Landesmittel gefährdet die Beratungsarbeit der Landwirtschaftskammer und in weiterer Folge die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln. Außerdem sind durch die Kürzung bis zu 20 Arbeitsplätze bedroht. Wir wollen die Serviceleistung für unsere Bauern aufrechterhalten und eine ökologisch nachhaltige Land- und Forstwirtschaft weiterverfolgen. Wir hoffen auf Verhandlungen mit dem Land Burgenland für einen fairen Leistungsvertrag.“

Die vom Bauernbund beschlossene Resolution ist in der Beilage zu finden.

 

Heimische Bauern sind Stütze in der Krise

Die Arbeit der burgenländischen Bauern gab der Bevölkerung in der Krise Sicherheit und Stabilität. Die Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmittel hat daher oberste Priorität. „Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht – Regionalität ist mehr als ein Trend. Die Selbstversorgung mit regionalen Lebensmitteln schafft gerade jetzt Sicherheit und Unabhängigkeit von internationalen Märkten und Transportketten. Die Lehre aus der Corona-Pandemie muss die Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln sein. Dafür brauchen wir sowohl biologische wie auch konventionelle Betriebe. Denn seit den neunziger Jahren ist der Selbstversorgungsgrad z.B. bei Getreide österreichweit kontinuierlich gesunken. Die regionale Erzeugung steht in unserer Arbeit an erster Stelle. Aus diesem Grund haben wir auch dieses Jahr mit gezielten Werbekampagnen wie „#kaufregional“, „Das isst Österreich“, dem Innovationspreis der LK „Burgenland is(s)t innovativ“ oder der „Martini in the Box“ Werbung für die Produkte unserer Bauern in der Bevölkerung gemacht“, betont Präsident Berlakovich.

 

Weitere Wortmeldungen

Neben Landwirtschaftskammerpräsident DI Nikolaus Berlakovich meldeten sich bei der Vollversammlung auch Vizepräsident Ing. Werner Falb-Meixner, die Kammerräte Georg Menitz, Ilse Schmidt, Ing. Martin Koch des Bauernbundes sowie Mag. Eva Weinek und Thomas Wallner von den SPÖ-Bauern als Debattenredner zu Wort.


Die Burgenländische Landwirtschaftskammer hat im Zuge der Diskussion über den Voranschlag 2021 in ihrer Vollversammlung vom 17.12.2020 nachfolgende
Resolution
mit den Stimmen des Bauernbundes angenommen:

In der letzten Landtagssitzung wurde das Landesbudget 2021 beschlossen. Dieses sieht Landesmittel für den Fördervertrag mit der Burgenländischen Landwirtschaftskammer in der Höhe von € 1,5 Mio. vor.

Dies entspricht einem Minus an Landesmittel von € 400.000 oder 21 % gegenüber dem Vorjahr. Dies ist unverständlich, weil die im Land veranschlagten Ausgaben um insgesamt 3 % erhöht wurden.

Dies ist auch deshalb unverständlich, weil gerade in der Coronakrise unsere bäuerlichen Betriebe gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer beweisen, dass sie die Bevölkerung im Burgenland mit sicheren und ausreichenden Lebensmitteln versorgen. Dies ist auch weiter unverständlich, weil sich das Land und die Landwirtschaftskammer 2018 vertraglich auf einen gemeinsamen Weg geeinigt haben. Diese Vertragsbedingungen wurden seitens Landwirtschaftskammer erfüllt: z.B. stiegen die Bio-zahlen stärker als vereinbart und es wurden trotz Einschränkungen durch Corona 4 Bio-Feldtage abgehalten und 12 Erosionschutzversuche angelegt.

Zu den finanziellen Fakten:
 Bereits jetzt erhält die Burgenländische Landwirtschaftskammer den geringsten Anteil an Landesmittel österreichweit. Mit 17 % Landesmittelanteil am gesamten Kammerbudget würde dieses Verhältnis jetzt neuerlich drastisch zu Ungunsten der Landwirtschaftskammer verschoben.
 Durch weitere Kürzungen könnten auch weniger Bundesmittel für das Burgenland ausgelöst werden.
 Die Landwirtschaftskammer fährt schon jetzt einen konsequenten Sparkurs, was sich auch in geringeren Personalkosten auswirkt.
 Die Kürzung der Landesmittel gefährdet in der Vorweihnachtszeit bis zu 20 Arbeitsplätze in der Landwirtschaftskammer und würde damit massive Einschränken der Leistungen für das Land, aber auch die Landwirtschaft nach sich ziehen.

Die Burgenländische Landwirtschaftskammer fordert einen fairen Vertrag mit dem Land Burgenland, der die Fortführung des Bio-Weges, den Erhalt der Beratung, aber auch die Zusammenarbeit und Unterstützungsleistungen für das Land sicherstellt.

 

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