SPÖ Drobits: Covid 19 und der Arbeitsmarkt

Oberwart, 30. 10. 2020

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Covid-19 und der Arbeitsmarkt: Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit ist nun angesagt

Bevor im Frühjahr die Corona-Pandemie über die Menschen und die Wirtschaft hereingebrochen ist, verzeichnete das AMS im Südburgenland durchwegs stabile Arbeitslosenzahlen von Beschäftigungsaufnahmen am Arbeitsmarkt. Der Lockdown, die daraus folgende Kurzarbeitsregelung und zahlreiche Kündigungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, haben diese Zahlen explosionsartig in die Höhe schnellen lassen. Viele Existenzen sind dadurch gefährdet und auch zahlreiche Insolvenzen stehen im Raum. In einer Pressekonferenz zum Status Quo der Lage am Arbeitsmarkt gab der SPÖ-Nationalratsabgeordneter Christian Drobits, gemeinsam mit ÖGB Regionalsekretär Ewald Gossy und dem Vorsitzenden des Betriebsrates des AMS Burgenland, Horst Franz, einen Ausblick auf die nun notwendigen Schritte und Chancen – aber auch Fallen – für die arbeitssuchenden Menschen und die Unternehmen im Südburgenland. Das Damoklesschwert der drohenden Langzeitarbeitslosigkeit stand dabei im Fokus.


Frauen, Langzeitarbeitslose und Jugendliche sind große Leidtragende der Krise!

Corona-Pandemie sorgt auch im Bezirk Oberwart für Negativrekord am regionalen Arbeitsmarkt

Der zweite Lockdown steht drohend unmittelbar bevor. Die stark steigenden Infektionszahlen wird die Regierung zu mehr oder minder drastischen Maßnahmen zwingen. Und diese Situation könnte sich erneut hart auf den Arbeitsmarkt auswirken. Deshalb braucht es – jetzt sofort – einen Schutzschirm für eine zweite Kündigungswelle. Es gibt bereits nach dem ersten Lockdown ein Drittel mehr Jobsuchende österreichweit als vergangenes Jahr. Um dies wieder einzudämmen, sind konkrete Maßnahmen dringend notwendig, fordert SPÖ-Nationalratsabgeordneter Christian Drobits.

In Österreich sind aktuell 416.000 Menschen auf Arbeitssuche. Das sind knapp 3.000 mehr als in der Vorwoche. Dem gegenüber stehen 60.000 freie Stellen. Dieser Negativrekord könnte bei einem weiteren Lockdown auf über 500.000 arbeitslose Menschen anwachsen. Auch Vorboten einer möglichen Insolvenz- und Pleitewelle von Klein- und Mittelunternehmen (KMU’s) schweben drohend im Raum.

Die Corona-bedingte Situation am Arbeitsmarkt trifft drei Personengruppen: Besonders betroffen sind Frauen, die durch Mehrbelastung mit Job und Familie ohnehin schwer unter dieser Krise leiden. Aus dem Bericht des AMS Oberwart geht hervor, dass eine Steigerung der Arbeitslosenzahlen bei Frauen auf über 35 Prozent zu verzeichnen ist. In der Altersgruppe von 25-49 Jahren gibt es sogar eine Steigerung von 44 Prozent. Dies sei auf den Umstand zurückzuführen, dass Frauen mit Kinderbetreuungspflichten ihre Urlaubs-, Dienstfreistellungs- und Sonderbetreuungszeiten innerhalb des ersten Lockdowns verbraucht hätten, und im schlimmsten Fall die Arbeitslosigkeit hinnehmen mussten. „Ich stehe eindeutig dafür, dass Frauen nicht weiterhin die Opfer dieser Pandemie bleiben, sondern dass wir jetzt umso mehr einen Rechtsanspruch auf Sonderbetreuung aushandeln. Und zwar bei vollem Einkommen vom Arbeitgeber mit Unterstützung vom Bund. Dieser längst geforderte, aber noch nicht umgesetzte Rechtsanspruch ist für die finanzielle Existenz zahlreicher Familien wesentlich“, konkretisiert Drobits seine Forderung.
Als zweite tendenziell stark betroffene Gruppe zeichnen sich Männer und Frauen in der Altersgruppe 50+ ab, die oftmals von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. „Ich fordere daher eine Beschäftigungsgarantie wie die ‚Aktion 20.000‘ neu, die in der Vergangenheit zielführend dazu beigetragen hat, die Arbeitslosenquote zu senken. Um Langzeitarbeitslose vor der Armutsfalle zu schützen, brauchen wir eine Neuauflage dieses Instrumentes der Beschäftigungsgarantie. Langzeitarbeitslosigkeit betrifft auch oftmals Personen mit gesundheitlichen oder körperlichen Einschränkungen, und genau zum jetzigen Zeitpunkt darf es nicht noch zusätzlich verstärkt die sozial Schwächsten treffen“, so Drobits weiter.

Als dritten, besonders betroffenen Personenbereich müssen konkrete Maßnahmen in der Jugendarbeitslosigkeit getroffen werden. Mit rund 61.000 arbeitslosen Jugendlichen unter 25 ist diese Rate so hoch wie nie, Tendenz weiterhin steigend. „Wir brauchen sofort verfügbare Ausbildungsplätze für Jugendliche, um den Lehrstellensuchenden klare Perspektiven zu bieten und den Fachkräftebedarf in der Region weiterhin zu decken. Ich stehe definitiv für einen ‚Corona-Not-Ausbildungsfond‘, um die KMU’s, die die Ausbildungen dieser Lehrlinge vornehmen, zeitnah zu unterstützen, zum Beispiel mit der Übernahme der Lehrlingsentschädigungen im ersten Lehrjahr durch den Bund. Auch der Ausbau der ‚überbetrieblichen Ausbildung‘, wie auch schon von Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil angesprochen, ist eine gute Option. Mein Ziel ist die klare Unterstützung der jungen Generation, die am längsten mit den Nachwirkungen dieser Pandemie zu kämpfen hat. Jobgarantie und eine verlängerte Ausbildungspflicht sind ein konstruktiver Ansatz“, ist Drobits entschlossen.

ÖGB Regionalsekretär Ewald Gossy schildert die Folgen der Kurzarbeit im Bezirk Oberwart: „600 Betriebe mit über 7.700 Menschen waren in der Region von Kurzarbeit betroffen. Viele Firmen haben sich im Anschluss an den Lockdown für einen Personalabbau entschieden, der unter anderem die Arbeitslosenzahl in dieses Rekordtief getrieben hat. Daher ist es auch von großer Bedeutung, dass das AMS aus der Corona-Stiftung für Aus- und Weiterbildung 2,1 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt bekommen hat. Wichtig wäre es, dass auch verstärkt in die Facharbeiterausbildung investiert wird, da wir eine klare Tendenz sehen, dass zwar Facharbeiter gesucht werden, aber das AMS nicht die Kapazität hat, um diese Ausbildungen abzudecken, weil dem Personal die Qualifikation fehlt“, berichtet Gossy.

Dies bestätigt auch Horst Franz, Vorsitzender des Betriebsrates des AMS Burgenland: „Bei der notwendigen Umschulung von Fachkräften, bedarf es langfristig vermehrt an Personal. Auch konkret auf die Corona-Krise bezogen, ist innerhalb des AMS ist die Kapazität des Personals nun entscheidend wichtig, denn im Falle von erhöhten Infektionsfallzahlen, vor denen wir auch nicht gefeit sind, müssen wir trotzdem handlungsfähig bleiben.“

 

 

 

 

 

 

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