SOS Kinderdorf gegen Schulschließungen

Oberwart, 10. 11. 2020

SOS-Kinderdorf appelliert an Bevölkerung: Schulschließungen gemeinsam mit aller Kraft verhindern! Schule ist mehr als Lernort. Schließung bedeutet massiver Einschnitt in eine gesunde Entwicklung!

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Mag. Marek Zeliska / SOS-Kinderdorfleiter Burgenland

Marek Zeliska, SOS-Kinderdorfleiter Burgenland, blickt besorgt möglichen weiteren Schulschließungen entgegen und warnt vor den massiven Folgen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

 „Es ist an der Zeit, dass wir uns mit den jungen Menschen in diesem Land solidarisieren, sie brauchen uns jetzt! Wir alle sind gefordert, durch unser eigenes Verhalten die Situation zu verbessern“, sagt Marek Zeliska, SOS-Kinderdorfleiter Burgenland. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Pflichtschulen und Kindergärten wieder schließen müssen. „Das gilt es mit aller Kraft zu verhindern! Kinder nehmen massiven Schaden, wenn ihnen das Lernen mit Gleichaltrigen genommen wird. Jedes Kind und jeder Jugendliche hat das Recht auf Bildung! Es liegt in unseren Händen, ihnen dieses Recht weiterhin zu gewähren“, so Zeliska.

 

Schule ist mehr als Lernort. Schließung bedeutet massiver Einschnitt in eine gesunde Entwicklung

Zeliska erinnert an die Folgen des ersten Lockdowns: „Gerade für jüngere Kinder ist ein ordentlicher Unterricht über digitale Kanäle kaum machbar. Sie brauchen die Unterstützung ihrer Eltern, die selbst zwischen Homeoffice und Alltagsbewältigung gefordert sind. In manchen Familien fehlt der nötige Platz oder auch das notwendige Wissen und die Fähigkeit, um den Lehrstoff zu vermitteln. Es ist zu befürchten, dass manche Kinder, die schon durch den ersten Lockdown zurückgefallen sind, bei einer weiteren Schulschließung endgültig den Anschluss verlieren. Das dadurch wegfallende Leben und Lernen in der Gemeinschaft, sind ein massiver Einschnitt in eine gesunde Entwicklung.“

 

Solidarität statt Jugend-Bashing

„Kinder und Jugendliche mussten in diesem Jahr bereits viele Einschränkungen in Kauf nehmen“, so Zeliska weiter. „Im Frühjahr waren sie wochenlang ohne adäquaten Unterricht zu Hause, konnten ihre Freunde nicht sehen und ihren Hobbies nicht nachgehen. Trotzdem mussten sie in der öffentlichen Diskussion häufig als Sündenböcke herhalten. Vor allem über Jugendliche, wurde negativ berichtet – dabei haben gerade sie unter den verhängten Maßnahmen am meisten gelitten“.

 

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