St. Andrä, 3. 1. 2026
Einen besonderen Akzent zum Jahresbeginn setzte am heutigen 3. Jänner 2026 der Besuch zweier herausragender Persönlichkeiten des Burgenlandes im orthodoxen Kloster von St. Andrä am Zicksee. Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und der römisch-katholische Diözesanbischof von Eisenstadt, Ägidius Zsifkovics, waren heute zu Gast im ersten und einzigen orthodoxen Kloster Österreichs. Empfangen wurden die Gäste von Metropolit Arsenios von Austria, der zugleich das Amt des Abtes der Klostergemeinschaft bekleidet und dem Weihbischof der Metropolis von Austria in Wien, Maximos (Rudko). Die herzliche Begrüßung unterstrich die tiefe freundschaftliche und ökumenische Verbindung, die im Burgenland zwischen den Institutionen und Konfessionen gewachsen ist.
Ein Jahrzehnt in St. Andrä am Zicksee
Der Besuch fand vor einem historischen Hintergrund statt: Nach einer kurzen und vorübergehenden Unterbringung der Bruderschaft im Pfarrhof von Weiden am See fand die Gemeinschaft vor zehn Jahren in St. Andrä ihre dauerhafte Heimat. Seither ist das Kloster Maria Schutz zu einem spirituellen Ort gewachsen, der über konfessionelle Grenzen hinaus Beachtung findet.
Das Kloster ist heute nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein bauliches Zeugnis für das Ankommen der Gemeinschaft in der Region. Landeshauptmann Doskozil würdigte das Kloster bereits bei der seinerzeitigen Grundsteinlegung im September 2020 als eine Bereicherung für die kulturelle und religiöse Vielfalt des Bundeslandes.
Baustellenbesichtigung: Vom Wohnhaus zum sakralen Herzstück
Im Mittelpunkt des heutigen Treffens stand eine ausführliche Information über die fortlaufenden baulichen Maßnahmen. Bischof Zsifkovics und Landeshauptmann Doskozil ließen sich von Metropolit Arsenios und Vater Raphael, der als Ökonom die wirtschaftlichen und organisatorischen Geschicke des Klosters leitet, über das Gelände führen.
Die Delegation besichtigte zunächst die Umbauarbeiten an den beiden ehemaligen Wohnhäusern, die nun als feste Unterkunft (Kellion) für die Klostergemeinschaft dienen. Hier hat die Bruderschaft, die derzeit aus drei Mönchen und einem Mönchspriester besteht, ihren privaten Rückzugsort gefunden.
Der emotionale Höhepunkt der Führung war jedoch die Baustelle der Kapelle des heiligen Bartholomäos. Sie bildet das sakrale Herzstück der Anlage und wird derzeit von Grund auf neugestaltet, um den liturgischen Anforderungen der orthodoxen Tradition gerecht zu werden. Um den Gästen einen vollständigen Einblick in das klösterliche Leben während der Bauphase zu gewähren, führten die Mönche den Landeshauptmann und den Bischof auch in den Keller des Gebäudes. Dieser dient der Gemeinschaft momentan als bescheidener Ausweichort für die täglichen Gottesdienste – ein Zeichen für die Demut und die Improvisationskunst der Mönche während der Bauzeit.
Zeichen des Dialogs und der Wertschätzung
Der Besuch unterstrich nicht nur die Bedeutung des orthodoxen Klosters für die religiöse Landschaft des Burgenlandes, sondern auch den hohen Stellenwert des interkonfessionellen Dialogs. Die Anwesenheit des katholischen Diözesanbischofs gemeinsam mit dem Landeshauptmann wurde von Metropolit Arsenios als Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung und als Ermutigung für das weitere Wirken des Klosters verstanden.
Ausblick: Die Große Wasserweihe
Das Kloster Maria Schutz ist mittlerweile fest im religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Burgenlandes verankert. Ein kommendes Highlight ist die traditionelle Große Wasserweihe am Zicksee, die für den 24. Jänner 2026 angesetzt ist. Dieses bedeutende orthodoxe Fest zieht alljährlich zahlreiche Gläubige und Interessierte an und ist ein Höhepunkt im liturgischen Kalender des Klosters.


