Eisenstadt, 16. 2. 2026
Im burgenländischen Landtag findet heute eine von der ÖVP beantragte Sondersitzung zum Thema Asbestfunde im Burgenland statt. Die GRÜNEN Burgenland weisen in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung eines verantwortungsvollen, faktenbasierten Zugangs hin.
Die von der ÖVP geforderte Sondersitzung sei aus Sicht der GRÜNEN nicht notwendig gewesen.

„Schon bei der letzten Landtagssitzung gab es einen dringlichen Antrag zur möglichen Asbestbelastung auf der Tagesordnung. Wer jetzt den Eindruck erweckt, es sei nichts passiert, ignoriert die gesetzten Maßnahmen und schürt bewusst Angst. Die Landesregierung war von Beginn an aktiv, transparent und verantwortungsvoll“, erklärt der Klubobmann.
Nach dem Bekanntwerden der Asbestfunde habe die Landesregierung rasch reagiert.
„Es wurde die betroffenen Steinbrüche geschlossen und umgehend eine Taskforce mit Umweltmediziner*innen und Expert*innen eingesetzt, die an mehreren Standorten Luftmessungen durchführt. Die ersten Ergebnisse haben keine Auffälligkeiten gezeigt, was allerdings bei der aktuellen Wetterlage nicht überrascht. Rasches Handeln und fachliche Expertise sind hier weiterhin der richtige Weg“, so Spitzmüller.
„Mögliche Belastungen mit Asbest, egal in welchem Umfeld, sind zweifellos ernst zu nehmen. Genau deshalb ist es wichtig, besonnen und auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu handeln, und nicht mit politischer Panikmache Verunsicherung zu schüren“, betont Klubobmann Wolfgang Spitzmüller.
In den kommenden Wochen seien weitere Messungen vorgesehen, um eine fundierte Gesamteinschätzung zu ermöglichen.
„Gesundheitsschutz braucht Gründlichkeit. Wir unterstützen alle Maßnahmen, die auf überprüfbaren Daten beruhen und tatsächlich zur Sicherheit der Bevölkerung beitragen“, hält Spitzmüller fest.
Zugleich unterstützen die GRÜNEN die Forderung der Taskforce nach bundesweiten Verbesserungen im Umgang mit Asbest.
„Regelungslücken müssen geschlossen werden. Das ist eine Aufgabe, die über das Burgenland hinausgeht und auf Bundesebene gelöst werden muss“, so Spitzmüller abschließend.
Nach ergebnislosem Asbest-Sonderlandtag: Greenpeace lädt zu Infoveranstaltung für Betroffene
Kritische Auseinandersetzung wichtig – Schutz der Bevölkerung muss oberste Priorität haben
Greenpeace zeigt sich enttäuscht über das fehlende konkrete Ergebnis des heutigen Sonderlandtages zum Thema Asbest im Burgenland. Der beschlossene Abänderungsantrag enthält keine neuen Maßnahmen, zudem wurden keine weiteren Daten oder Fakten von den anwesenden Regierungsmitgliedern auf den Tisch gelegt. Die bislang intransparenten Luftmessungen sowie die Forderung nach einer bundeseinheitlichen Regelung bleiben weiterhin die einzigen Schritte, die von der Landesregierung im Burgenland gesetzt werden.
Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich: “Die Burgenländische Landesregierung weigert sich offenbar, wichtige Sofortmaßnahmen für Kinder umzusetzen. Die betroffene Bevölkerung wird weiter im Dunkeln gelassen.” In den letzten Wochen haben mehrere betroffene Unternehmen wie die ÖBB oder die Asfinag reagiert und aus ihrem eigenen Wirkungsbereich den Asbest gesichert oder entsorgt. “Wenn es etwa um Spielplätze oder Skateparks geht, wo Kinder und Jugendliche sich tagtäglich aufhalten, können wir kein Risiko eingehen und abwarten. Das gleiche gilt für Streusplitt, über den täglich schwere Fahrzeuge rollen. Es muss sofort gehandelt werden”, betont Schuster.
Um die Menschen im Burgenland aufzuklären, lädt Greenpeace zu einer eigenen Informationsveranstaltung. Diese wird bereits diesen Donnerstag, am 19. Februar, um 18 Uhr im Kulturhaus Unterwart stattfinden.

