Eisenstadt, 28. 5. 2026
„Die Entwicklungen rund um das Pflegeheim Rudersdorf zeigen ein mittlerweile bekanntes Muster des Systems Doskozil: Zuerst versucht man zu übernehmen und wenn das nicht funktioniert, beginnt der politische Druck“, erklärt ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl im Rahmen einer Pressekonferenz zur aktuellen Situation im Pflegebereich.

Besonders brisant ist dabei, dass das Land Burgenland nachweislich bereits im September 2022 versucht hat, das Pflegeheim Wagner in Rudersdorf zu kaufen. „Der Kauf ist damals nicht zustande gekommen. Und jetzt beginnt plötzlich die Eskalation: Kündigung der Tagsatzvereinbarungen, öffentlicher Druck und massive Verunsicherung bei Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern. Genau dadurch wird die wirtschaftliche Grundlage des Pflegeheims entzogen“, so Strobl.
Für den ÖVP-Klubobmann drängt sich deshalb eine entscheidende Frage auf: „Läuft in Rudersdorf dieselbe Strategie ab wie zuvor bei der Neuen Eisenstädter?“ Auch dort habe es bereits lange vor den späteren politischen Maßnahmen Übernahmepläne gegeben. Danach sei Schritt für Schritt der politische Druck aufgebaut worden, bis am Ende die Kontrolle über die Gesellschaft erreicht worden sei.
„Immer mehr Menschen gewinnen den Eindruck: Wenn das System Doskozil etwas nicht bekommt, dann wird Druck aufgebaut. Was nicht kontrolliert werden kann, wird anscheinend unter Druck gesetzt oder zerstört. Das ist ein Wahnsinn und brandgefährlich für den Rechtsstaat“, kritisierte Strobl.
Berichte, wonach Bewohner beziehungsweise Angehörige auf der Bezirkshauptmannschaft Güssing unter Druck gesetzt würden, Kündigungen ihrer Verträge mit dem Pflegeheim Wagner zu unterschreiben, seien besonders erschütternd. Gleichzeitig werde offenbar vermittelt, dass ohne Vertragskündigung künftig kein Pflegeplatz möglich sei. „Das ist ungeheuerlich. Ältere und pflegebedürftige Menschen brauchen Sicherheit und Vertrauen, stattdessen erleben sie Angst und Verunsicherung“, betonte Strobl. Besonders kritisch sei zudem, dass offenbar sogar öffentliche Gelder für Kündigungsfristen und Vertragsauflösungen eingesetzt würden. „Damit wird der politische Wille des Landeshauptmannes offenbar sogar noch mit Steuergeld finanziert“, so Strobl.
Widersprüchlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass unter der Aufsicht des zuständigen Landesrates Schneemann noch vor wenigen Tagen ein Patient von Redlschlag nach Rudersdorf verlegt worden sei. „Wenn in Rudersdorf angeblich so massive Probleme bestehen, warum wird dann überhaupt ein Bewohner dorthin verlegt? Genau diese Widersprüche zeigen, dass hier offenbar mit zweierlei Maß gemessen wird“, so Strobl.
Abschließend stellt Klubobmann Strobl klar, worum es der Volkspartei in der Pflegepolitik geht: „Wir stehen auf der Seite der Bewohnerinnen und Bewohner, der Angehörigen und der Pflegekräfte. Wir wollen Versorgungssicherheit, Menschlichkeit, Wahlfreiheit und ein vielfältiges Pflegeangebot statt zentraler Kontrolle und politischer Machtspiele. Pflege braucht eine neue Gerechtigkeit und eine echte Pflegegarantie für alle Burgenländerinnen und Burgenländer. Pflege darf im Burgenland niemals zum Spielball des System Doskozil werden.“


