ÖVP: Alarmierende Finanzkennzahlen bei den Landesimmobilien Burgenland

Eisenstadt, 2. 10. 2026

Lagebericht weist gesetzliche Vermutung eines Reorganisationsbedarfs aus. Volkspartei fordert Aufklärung über Finanzierung und Landesgarantien.
Landesparteiobmann Christoph Zarits und Klubobmann Bernd Strobl
Der Jahresabschluss und der Lagebericht 2025 der Landesimmobilien Burgenland GmbH (LIB) werfen erhebliche Fragen zur finanziellen Entwicklung der Landesgesellschaft auf. Die Verbindlichkeiten sind binnen eines Jahres um rund 90,5 Millionen Euro auf 455,4 Millionen Euro gestiegen. Gleichzeitig weist der Lagebericht ausdrücklich die gesetzliche Vermutung eines Reorganisationsbedarfs aus.
Die Eigenmittelquote sank von 6,82 auf 5,61 Prozent. Die fiktive Schuldentilgungsdauer beträgt 43,92 Jahre. Damit werden beide im Lagebericht genannten gesetzlichen Schwellenwerte über- beziehungsweise unterschritten. Die Geschäftsführung sieht aufgrund der besonderen Finanzierungsstruktur und der engen Geschäftsbeziehungen mit dem Land dennoch keinen tatsächlichen Reorganisationsbedarf.
Für ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits verlangt diese Einschätzung eine nachvollziehbare Erklärung: „Der Lagebericht selbst dokumentiert die gesetzlichen Warnsignale. Gleichzeitig sind die liquiden Mittel zum Jahresende von rund 10,77 Millionen Euro auf gerade einmal 28.000 Euro gesunken. Landeshauptmann Doskozil muss erklären, wie die Finanzierung langfristig abgesichert ist und welche Verpflichtungen daraus für das Land entstehen. Der Verweis auf die Einbindung in das Land ersetzt keine transparente Darstellung.“
Auch das Working Capital verschlechterte sich laut Lagebericht von minus 37 auf minus 47 Millionen Euro. Welche verfügbaren Kreditlinien und Finanzierungszusagen die Liquidität absichern, müsse umfassend offengelegt werden.
383,6 Millionen Euro durch Landesgarantien besichert
Besonders relevant sind für ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl die Landesgarantien: Laut Jahresabschluss sind LIB-Verbindlichkeiten von rund 383,6 Millionen Euro durch Garantien des Landes besichert. Gegenüber 2024 bedeutet das einen Anstieg um rund 92,6 Millionen Euro.
„Das Land steht mit umfangreichen Garantien hinter diesen Finanzierungen. Gleichzeitig bezeichnet der Lagebericht die Bonität des Landes ausdrücklich als zentrales Risiko der Gesellschaft. Die Burgenländerinnen und Burgenländer haben ein Recht darauf zu erfahren, welche möglichen Belastungen damit verbunden sind“, betont Strobl.
Die Volkspartei fordert eine vollständige Übersicht über die garantierten Finanzierungen, ihre Laufzeiten und die damit verbundenen Projekte sowie über die langfristigen Mietzahlungen und Zuschüsse des Landes. Ebenso müsse geklärt werden, ob und welche Auswirkungen die Finanzierungsentwicklung auf gemeinsame Projekte mit Gemeinden haben kann.
„Die rot-grüne Landesregierung muss sämtliche Verpflichtungen und Risiken nachvollziehbar auf den Tisch legen. Hans Peter Doskozil trägt dafür die politische Verantwortung“, so Zarits und Strobl abschließend.
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