Reform des Wehrdienstes

Eisenstadt, 22. 7. 2026

„Während in Europa seit 4 Jahren der Krieg tobt, befindet sich unser Wehrsystem noch immer im tiefsten Frieden!“ Wenn wir unsere nationale Sicherheit ernst nehmen brauchen wir Entscheidungen – richtige und rasche!
Militärkommandant Brigadier Mag. Gernot Gasser fordert klares Bekenntnis zur Einsatzbereitschaft: 8 Monate Grundwehrdienst und 2 Monate verpflichtende Milizübungen.

Brigadier Mag. Gernot Gasser, Militärkommandant Burgenland

Im Zuge der aktuellen Debatte um die Zukunft des Österreichischen Bundesheeres und die Ausgestaltung der Wehrpflicht bezieht der Militärkommandant von Burgenland, Brigadier Magister Gernot Gasser, klar Stellung.
Alle, wirklich alle haben mittlerweile verstanden, dass die Weltordnung zunehmend aus den Fugen gerät, selbst in Europa breitet sich der Krieg in hybrider Form (Desinformation, Cyber Angriffe, Sabotage, Spionage, Drohnenangriffe, Zerstörung von Unterseekabeln, …..) schleichend aus. Europa MUSS sich auf die Verteidigung unserer Demokratie, des Friedens, unserer Freiheit und unserer Werte vorbereiten. Unter Frau Bundesminister Mag. Klaudia Tanner hat sich das Verteidigungsbudget des Österreichischen Bundesheeres verdoppelt – das Österreichische Bundesheer (ÖBH) investiert auf Basis des „Aufbauplans ÖBH 2032+“ in Waffen, Ausrüstung und Infrastruktur. Hier hat die Politik ein klares Bekenntnis gesetzt. Der notwendige Folgeschritt lässt auf sich warten.

Unser Auftrag lautet: Herstellen der VERTEIDIGUNGSFÄHIGKEIT!

Waffen und Ausrüstung allein machen uns NICHT verteidigungsfähig! Es ist am Ende immer noch die Anzahl und Qualität der Soldaten die den Einsatzauftrag erfüllbar macht. Die Einsatzfähigkeit des Soldaten wird letztendlich wiederum durch die Dauer und Professionalität seiner Ausbildung bestimmt.
Während die ehemals neutralen Schweden und Finnen der NATO beigetreten sind, und andere Nationen den Grundwehrdienst mehrheitlich auf 8-12 Monate verlängert haben, steht Österreich mit 6 Monaten Grundwehrdienst und KEINER Übungsverpflichtung weltweit ziemlich alleine da! Die Milizsoldaten – immerhin rund 60% der Einsatzstärke des ÖBH – können seit 20 Jahren! nicht mehr geschlossen üben, Einsatzbereitschaft, Motivation und Nachwuchs nehmen bedrohlich ab.

Die von der Regierung selbst eingesetzte Wehrdienst-Kommission hat im Jänner 2026 klare Empfehlungen ausgesprochen.

Empfehlung Wehrdienst-Kommission: 8 Monate Grundwehrdienst und 2 Monate verpflichtende Milizübungen

6 Monate sind seitdem ungenützt, jedenfalls ohne Entscheidung, dafür mit neuen kreativen Ideen, verstrichen. Es ist dringend an der Zeit erneut ein klares Bekenntnis zur Sicherheit Österreich zu setzen und den Empfehlungen der Experten zu folgen.

 

 

Die Fakten:

1. Grundwehrdienst – 6 Monate militärische Ausbildung sind unverantwortlich
Im Grundwehrdienst erlernt der Soldat nicht nur sein individuelles Handwerk, sondern vor allem das komplexe Zusammenwirken innerhalb seiner Truppeneinheit. Es geht darum ein möglichst hohes Ausbildungsniveau und damit eine möglichst hohe Einsatzbereitschaft zu erreichen.
Ein Grundwehrdienst in der Dauer von 6 Monaten bezeichnet Brigadier Gasser als unverantwortlich: „Dauer und Qualität der Ausbildung bestimmen im Ernstfall direkt die Überlebenschance unserer Soldaten im Einsatz. Die modernen Waffensysteme werden immer komplexer und deren Wirkung immer verheerender, als dass man sie in nur sechs Monaten vollends beherrschen könnte. Da wir im Ernstfall gut ausgebildeten Spezialkräften und Terrortrupps gegenüberstehen werden, sind wir es den jungen Rekruten schuldig, ihnen eine faire Überlebenschance zu sichern.“

Wir ALLE haben die Verantwortung gegenüber unseren Soldaten sie so auszubilden, dass sie auch im Einsatz eine faire Chance haben zu bestehen.

2. Verpflichtende Milizübungen zwingend erforderlich
Die nach dem Grundwehrdienst regelmäßig abzuleistenden verpflichtenden Milizübungen sollen den Know-How Verlust reduzieren und aktuelle militärische Entwicklungen bei den Übungen berücksichtigen. 2006 (vor 20 Jahren!!!) wurde diese Verpflichtung ausgesetzt.
Die Konsequenz:
– Milizverbände können nicht gemeinsam üben.
– Massiver Know-How Verlust nach dem Grundwehrdienst
– im Einsatzfall dauert es 2 MONATE !!! bis die Miliz wieder einsatzfähig ist.

Politische Entscheidungen zum Einsatz des ÖBH werden nicht leichtfertig gefällt! Das muss die Bedrohungslage schon erheblich sein. Wer erklärt dann der schutz- und hilfesuchenden Bevölkerung, dass große Teile des ÖBH erst in 2 Monaten einsatzbereit sein werden???

3. Sicherheit über Parteipolitik stellen
Volksentscheidungen sind in einer Demokratie die Basis des politischen Handelns. Wenn allerdings die Gefahr besteht, dass dabei vorwiegend nach persönlicher Betroffenheit entscheiden wird, muss das Allgemeinwohl vor das Wohl des Einzelnen gestellt werden.
Brigadier Gasser zieht einen Vergleich: „Würde man die Bevölkerung fragen, ob sie Steuern zahlen möchte, wäre die Antwort ebenso klar, wie wenn man junge Burschen fragt ob sie länger Grundwehrdienst leisten möchten!“
Ist daher beides populär? NEIN! Ist beides notwendig? ABSOLUT!!!

Forderungen des Militärkommandanten auf einen Blick:
1) Es geht um unser aller Sicherheit! Daher sachorientierte, bedrohungsadäquate und RASCHE Entscheidung – ohne parteipolitische „Scheingefechte“
2) 8 Monate Grundwehrdienst um
eine bedrohungsadäquate Ausbildung
hohes Ausbildungsniveau zu gewährleisten
3) 2 Monate verpflichtende Milizübungen
zum Erhalt des Know-Hows
zur Sicherstellung gemeinsamer Übungen (Train as you fight)
zur Sicherstellung einer raschen Einsatzbereitschaft
zur Revitalisierung des Milizsystems

Die Reform des Wehrdienstes ist eine nationale Notwendigkeit – sie darf NICHT zu einem Leidensweg zwischen Anspruch und politischer Wirklichkeit werden.
„Freiheit, Sicherheit und Schutz sind NICHT selbstverständlich – sie verlangen Verantwortung und Taten!“

 

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