Im Burgenland war im Vorjahr jeder zweite Neuwagen ein SUV

Eisenstadt, 26. 1. 2026

Im Vorjahr wurden im Burgenland so viele SUV neu zugelassen wie noch nie, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Der SUV-Anteil ist auf 54 Prozent gestiegen. Fast jeder zweite SUV hat einen Hybridantrieb. Innerhalb des Burgenlands war der SUV-Anteil im Bezirk Jennersdorf am niedrigsten und im Bezirk Güssing am höchsten. Auf EU-Ebene braucht es verbesserte Vorgaben für die Hersteller, damit mehr sparsame Modelle auf den Markt kommen, betont der VCÖ. 

Die Zahl der neu zugelassenen SUV ist im Vorjahr im Burgenland um 37 Prozent gestiegen, macht der VCÖ aufmerksam. Mit 4.612 wurden im Burgenland so viele SUV wie noch nie neu zugelassen, macht der VCÖ aufmerksam. "Unter den SUV gibt es auch kleinere Modelle. Das Problem ist, dass auch kleinere SUV in der Regel mehr Energie zum Fahren benötigen als vergleichbare herkömmliche Modelle. Die großen SUV wiederum verursachen nicht nur wegen ihrer Breite Probleme", erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Gefordert ist die EU, durch bessere Vorgaben dafür zu sorgen, dass die Hersteller mehr schlanke, kleinere und energiesparende Modelle auf den Markt bringen, denn "das Angebot bestimmt die Nachfrage", so VCÖ-Experte Schwendinger.

Innerhalb des Burgenlands hat der Bezirk Jennersdorf vor dem Bezirk Mattersburg den niedrigsten SUV-Anteil, im Bezirk Güssing ist der SUV-Anteil am höchsten, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Fast jeder zweite neue SUV im Burgenland hat einen Hybridantrieb, davon ist wiederum jeder vierte ein Plug-in-Hybrid, der über das Stromnetz geladen werden kann. Das Problem bei Plug-in-Hybriden: Ihr realer Spritverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß sind im Schnitt um ein Vielfaches höher als die Herstellerangaben. EU-weit ist der reale CO2-Ausstoß im Schnitt fast viermal so hoch wie auf dem Papier angegeben, informiert der VCÖ. Bei keiner Antriebsform ist der SUV-Anteil so hoch wie bei Plug-in-Hybriden: Sieben von zehn Plug-in-Hybriden sind SUV. 

Plug-in-Hybride sind deutlich schwerer als andere Pkw. Laut Umweltbundesamt waren die in Österreich neu zugelassenen Benzin-Hybride im Jahr 2023 (aktuellste Daten) mit durchschnittlich 2.063 Kilogramm um 760 Kilogramm schwerer als Benzin-Pkw, die Diesel-Plug-in-Hybride waren im Schnitt sogar 2.470 Kilogramm schwer und damit um 810 Kilogramm schwerer als durchschnittliche Diesel-Pkw. Je schwerer ein Auto ist, desto größer ist zudem der Reifenabrieb, was wiederum die Belastung durch Mikroplastik erhöht, weist der VCÖ auf einen weiteren Nachteil hin. 

Auch bei E-Pkw ist der SUV-Anteil hoch. Im Burgenland waren im Vorjahr drei von zehn SUV ein Elektroauto, und 69 Prozent der neu zugelassenen Elektroautos waren laut Statistik Austria SUV. "Auch bei Elektroautos nimmt mit dem Gewicht der Verbrauch zu. Eine Entwicklung, die es Österreich erschwert, beim Strom rascher einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energie zu erreichen", drängt VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf politische Vorgaben, damit die Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen. 

Deutlich mehr Sparsamkeit ist auch bei den Benzin- und Diesel-Pkw notwendig. Sie sind vom 3-Liter-Auto, das bereits in den 1990er-Jahren von den Herstellern versprochen wurde, weit entfernt. Österreichweit verbrauchen die neuen Benzin-Pkw am Papier im Schnitt 5,5 Liter pro 100 Kilometer, die neuen Diesel-Pkw sogar 6,2 Liter. "Der Spritverbrauch hat einen größeren Einfluss auf die Spritkosten als der Spritpreis. Ein Mehrverbrauch von zwei Litern pro 100 Kilometer verursacht pro 100.000 Kilometer Mehrkosten von rund 3.000 Euro", verdeutlicht VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Der CO2-Ausstoß der neuen Diesel-Pkw ist im Schnitt um 14 Prozent höher als jener der Benzin-Pkw. "Auch das zeigt, dass die Steuerbegünstigung von Diesel absolut ungerechtfertigt ist und endlich abzuschaffen ist", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. 

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