Güssing, 15. 1. 2026
BPV Jürgen Dolesch: „Das Land hat eindeutig festgestellt, dass der Ollersdorfer Bürgermeister und ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl verpflichtet gewesen wäre, die Gehälter der Kindergärtnerinnen auszuzahlen. Strobl sind seine eigenen Angestellten in der Gemeinde Ollersdorf anscheinend egal. Er benutzt sie ungeniert, um die SPÖ schuldig wirken zu lassen. Das ist eines Bürgermeisters unwürdig.“

Kommendes Wochenende, zweieinhalb Wochen zu spät, sollen die Kindergärtnerinnen der Gemeinde Ollersdorf erst ihre Gehälter überwiesen bekommen. Und das erst auf Druck der SPÖ, die ÖVP-Bürgermeister Bernd Strobl ein rechtwidriges Verhalten und einen gemeindepolitischen Skandal der Sonderklasse attestieren. Dazu kommt noch, dass Strobl im „Burgenland heute“-Interview angekündigt hat, die Gehälter vorerst aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen. Der nächste unwürdige Schritt des Bürgermeisters, meint SPÖ-Bezirksparteivorsitzender und Bürgermeister aus Stegersbach Jürgen Dolesch: „Damit will er sich jetzt als ‚Robin Hood‘ profilieren, abgesehen davon stellt sich die Frage, ob auch dieser Schritt rechtens ist.“ Strobl, der auch noch dazu als Klubobmann der burgenländischen Volkspartei im Landtag sitzt, hatte die Gemeinderatssitzung für den Beschluss des Budgetvoranschlages 2026, man könnte meinen mit voller Absicht, zwischen Weihnachten und Silvester angesetzt, um dann die SPÖ-Gemeinderät:innen, die teilweise verhindert waren, schuldig werden zu lassen, dass die Sitzung nicht stattfinden konnte. Nichtsdestotrotz hätte er die Gehälter zeitgerecht auszahlen können. „In so einem Fall tritt eindeutig das ‚Budgetprovisorium‘ in Kraft, das muss auch Strobl als langjähriger Bürgermeister und Amtsleiter wissen. Mehr noch, das Land hat klargestellt, dass Strobl verpflichtet gewesen wäre, die Gehälter auszuzahlen. Er hat also nicht nur populistisch und respektlos agiert, sondern auch rechtswidrig, und dass nur, um seine parteipolitischen Machtspielchen auf dem Rücken der unschuldigen Kindergärtnerinnen auszutragen. Seine Angestellten können über diesen vermeintlichen „Scherz“ ihres Bürgermeisters und Möchtegern-Instagram-Komikers sicher nicht lachen, denn hier stehen Existenzen auf dem Spiel“, kritisiert Dolesch den Ollersdorfer Bürgermeister scharf.
Weitere Stimmen aus dem Bezirk Güssing zu dem skandalösen Vorgehen von ÖVP-Bürgermeister Bernd Strobl:
Tanja Illedits, Vizebürgermeisterin von Ollersdorf:
„Es ist politisch letztklassig und in höchstem Maße verantwortungslos, parteipolitische Auseinandersetzungen auf dem Rücken von Mitarbeitern auszutragen.“
Michaela Raber, Bürgermeisterin von Rauchwart:
„Ein nicht beschlossenes Budget ist kein rechtlicher Grund, Gehälter nicht auszuzahlen! Auch ohne beschlossenen Haushalt darf die Gemeinde laufende Zahlungsverpflichtungen erfüllen, insbesondere Gehaltszahlungen, die rechtlich bereits fällig sind. Wenn Gehaltseinbußen unerwartet eintreffen, können diese das gesamte Leben aus dem Gleichgewicht bringen. Neben wirtschaftlichen Folgen wirken sich Gehaltseinbußen stark auf die seelische Gesundheit aus. Angst, Stress, Sorgen und Zukunftsängste begleiten den Arbeitsalltag und führen zu schlaflosen Nächten. Es sind in diesem Fall sicher viele junge Leute betroffen, die Kinder zu versorgen haben, vielleicht gerade ein Eigenheim errichten und dadurch monatliche hohe Fixkosten zu stemmen haben. Nicht auszudenken, was das für die Mitarbeiter bedeutet.“
Kurt Wagner, Bürgermeister von Wörterberg:
„Ich bin mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden und der Meinung, dass Herr Bgm. Strobl falsch gehandelt hat, in dem er die Gehälter nicht ausbezahlt hat. Es wäre sicher anders möglich gewesen, zumal in der Gemeindeordnung dieser Punkt festgehalten ist. Ich glaube, es sollte in so einem Fall menschlich und kollegial gehandelt werden und nicht parteipolitisch. Die Sitzung, trotz eines Beschlusses, wieder in den Weihnachtsferien zu machen, ist parteipolitisch motiviert, da hätte es andere Lösungswege gegeben. Ich hätte es, wenn wir keinen Beschluss gehabt hätten, wie folgt gemacht: Zuerst mit der Bank gesprochen und informiert, dass der Beschluss noch ausständig ist und nachgereicht wird und dann die Gehälter ausbezahlt. Es gibt immer eine Lösung.“

