Eisenstadt, 7. 3. 2026
Landesweiter Ideen- und Projektwettbewerb im Internationalen Jahr der Bäuerin
Frauen sind längst nicht mehr nur hilfreich im Hintergrund tätig – sie sind Unternehmerinnen, Hofleiterinnen, Direktvermarkterinnen, Vorbild und Motor bäuerlicher Familienbetriebe. „Im Burgenland wird mehr als ein Drittel – etwa 35 Prozent – der rund 8.000 land- und forstwirtschaftlichen Betriebe von einer Frau geführt. Weitere 15 Prozent werden zusammen mit dem Partner geführt. Ein Viertel der Kammerräte im Burgenland ist weiblich. Und unsere rund 14 Seminarbäuerinnen haben mit über 500 die meisten Schuleinsätze in Österreich. Das zeigt, dass das Angebot unserer Agrar-Botschafterinnen mehr denn je gefragt ist und deren Einsatz wichtiger ist, denn je. Um die einzigartigen Projekte und Ideen unserer Bäuerinnen vor den Vorhang zu holen, startet die Landwirtschaftskammer Burgenland heuer einen landesweiten Ideen- und Projektwettbewerb“, hebt LK-Präsident Nikolaus Berlakovich bei einem Pressefrühstück gemeinsam mit Landesbäuerin Christine Riepl, Landesbäuerin-Stv.in und Bezirksbäuerin Maria Fröch und der Landeskoordinatorin der ARGE Bäuerinnen Angela Pfeiffer hervor.

Das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 bietet die ideale Gelegenheit, die Leistungen unserer Landwirtinnen sichtbar zu machen und innovative Ideen und Projekte vor den Vorhang zu holen. „Mit einem landesweiten Wettbewerb möchten wir als Landwirtschaftskammer Burgenland die Vielfalt, Innovationskraft und unternehmerische Stärke der burgenländischen Bäuerinnen präsentieren. Eingereicht werden können neue oder innovative Produkte, Produktionsmethoden oder Dienstleistungen genauso wie unternehmerische Konzepte, Projekte mit Fokus auf Umwelt, Klima und Ressourcen oder Initiativen mit gesellschaftlicher Wirkung. Teilnehmen können Bäuerinnen aus dem Burgenland, Betriebsführerinnen oder Mitunternehmerinnen. Die Projekte und Ideen werden von einer Jury bewertet und am Ende des Jahres werden die besten vorgestellt. Die Details zum Wettbewerb werden in den nächsten Wochen präsentiert. Ich bin überzeugt, dass wir im Burgenland viele starke Bäuerinnen mit starken Ideen haben“, betont LK-Präsident Nikolaus Berlakovich und freut sich auf viele Einreichungen.
Viele Verbände in weiblicher Hand
Das Aufgabengebiet unserer Landwirtinnen ist so vielfältig wie das Burgenland. Unsere Bäuerinnen beweisen mit ihren kreativen Ideen, ihrer Fachkompetenz, ihrem Einfühlungsvermögen und Organisationstalent, dass sie hervorragende Betriebsführerinnen sind und zusätzlich die Familie zusammenhalten. „Die Bäuerinnen engagieren sich aber auch politisch. Mit mehr als einem Viertel an weiblichen Kammerrätinnen in der Vollversammlung gehört die Burgenländische Landwirtschaftskammer im österreichweiten Vergleich zur Spitze. Auch die Verbände der ‚ARGE Meister und Meisterinnen‘, ‚Urlaub am Bauernhof‘, der ‚Landesverband Bäuerlicher Direktvermarkter‘ und ‚Schule am Bauernhof‘ liegen in weiblicher Hand“, hebt Berlakovich hervor.
Landesbäuerin Christine Riepl, die selbst auch Kammerrätin und Seminarbäuerin ist, ergänzt: „Zwei von drei Bäuerinnen engagieren sich neben Familie und Hof noch ehrenamtlich in Vereinen. So tragen sie wesentlich zum Erhalt von Traditionen und zu einem funktionierenden sozialen und gesellschaftspolitischen Leben am Land bei.“
„Der Weltfrauentag am 8. März ist für uns ein wichtiger Anlass, die vielfältigen Aufgaben und Fähigkeiten, die unsere Bäuerinnen schon seit jeher in der Land- und Forstwirtschaft ausüben, hervorzuheben. Unsere Bäuerinnen sind gut ausgebildet und übernehmen immer mehr Eigenverantwortung auf den Höfen. Uns Bäuerinnen ist es auch wichtig, die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft und des ländlichen Raums mitzugestalten. Mit Bäuerinnenfachtagen, landesweiten Netzwerktreffen, Bäuerinnen-Familienwandertagen und Projekten wie ‚Schule am Bauernhof‘ oder als Seminarbäuerinnen sind wir aktiv in den einzelnen Bezirken. Durch diesen engen Kontakt zu den Konsumentinnen und Konsumenten werden unsere Bäuerinnen immer mehr zu Lebensmittel-Botschafterinnen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit und Imagebildung der Landwirtschaft“, so Riepl.
Bäuerinnen-Netzwerk von unschätzbarem Wert
„Das Landladyfrühstück ist weit mehr als nur ein gemeinsamer Start in den Tag. Es ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für Frauen im ländlichen Raum und bietet die Gelegenheit, sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse mitzunehmen“, betont Landesbäuerin-Stellvertreterin und Bezirksbäuerin Maria Fröch. „Denn Bäuerinnen sind heute längst nicht mehr nur Mithelferinnen, sondern vielfach Betriebsleiterinnen, Managerinnen und Zukunftsgestalterinnen. Gerade für junge Bäuerinnen, Unternehmerinnen aber vor allem Quereinteigerinnen sind diese Veranstaltungen eine wertvolle Plattform zum Netzwerken und zum gegenseitigen Bestärken und Austauschen. Sie zeigen, wie viel Kraft und Innovationsgeist in den Frauen unserer Region steckt und dass sie neue Perspektiven in die Landwirtschaft einbringen.“
„Bäuerinnen sind die tragenden Säulen unserer Landwirtschaft und unverzichtbar für den ländlichen Raum. Ihr täglicher Einsatz verdient größten Respekt und echte Anerkennung – am Internationaler Frauentag, im Jahr der Bäuerinnen, aber viel wichtiger an jedem einzelnen Tag des Jahres“, betonen Berlakovich, Riepl und Fröch abschließend.

