Mehr als Holz – Warum der Wald uns alle angeht

Neckenmarkt, 19. 3. 2026

„Wälder und Wirtschaft“ als Motto des internationalen Tag des Waldes 2026

Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes am 21. März unter dem diesjährigen Motto „Wälder und Wirtschaft“ rückt die Landwirtschaftskammer Burgenland die vielfältige Bedeutung des Waldes für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft in den Mittelpunkt. Klar ist: Der Wald ist weit mehr als nur Holzlieferant – er ist Lebensgrundlage, Klimaschützer und wichtiger Wirtschaftsfaktor zugleich. „Der Wald ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage. Gerade im Zusammenspiel von Wäldern und Wirtschaft zeigt sich, wie wichtig eine nachhaltige Bewirtschaftung für Einkommen, Arbeitsplätze und den Klimaschutz ist. Die Bruttowertschöpfung der Forst- und Holzwirtschaft im Burgenland liegt bei etwa 472 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anteil von 5,7 Prozent der gesamten Wertschöpfung im Burgenland. Jeder 18. Arbeitsplatz im Burgenland hängt von der Forst- und Holzwirtschaft ab. Diese sichert rund 7.500 Arbeitsplätze im Burgenland. “, betont LK-Präsident Nikolaus Berlakovich bei einem Pressegespräch gemeinsam mit Herbert Stummer, Geschäftsführer des Bgld. Waldverbandes und LK-Forstberater.

LK-Präsident Nikolaus Berlakovich bei einem Pressegespräch gemeinsam dem Bürgermeister von Neckenmarkt und Kammerrat Hannes Igler und mit Herbert Stummer, Geschäftsführer des Bgld. Waldverbandes und LK-Forstberater bei einer Lärchen-Versuchsfläche im Neckenmarkter Wald anlässlich des Internationalen Tag des Waldes am 21. März und dem Baum des Jahres, der Lärche

Starker Wirtschaftsfaktor mit regionaler Bedeutung

Die Forst- und Holzwirtschaft zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Österreichs. Jeder 10. Euro der in Österreich erwirtschaftet wird, ist unmittelbar oder mittelbar mit dem Rohstoff Holz verbunden. „Im Burgenland wird knapp jeder 17. Euro in der Forst- und Holzwirtschaft erwirtschaftet. Zehn Prozent weniger heimisches Holz würden zu Verlusten in Milliardenhöhe führen“, so Berlakovich.

 

Mehr als ein Rohstofflieferant

Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung erfüllt der Wald eine Vielzahl an Funktionen. Der Wald ist viel mehr als eine große Ansammlung von Bäumen. Der Wald produziert mit Hilfe der Sonnenenergie und dem Niederschlagswasser Holz, entzieht der Atmosphäre dabei Kohlenstoffdioxid (CO2) speichert dieses und gibt den für uns alle so wichtigen Sauerstoff (O2) an die Atmosphäre ab. Außerdem filtert und speichert der Wald das Niederschlagswasser (H2O) und lässt es als klares saubereres Trinkwasser wieder irgendwo zu Tage treten, ist Heimat für viele Wildtiere und Erholungsraum für die Menschen. In den Bergen bietet der Wald auch Schutz vor Lawinen und Felsstürzen. „Gerade diese Multifunktionalität macht den Wald so wertvoll. Eine nachhaltige Bewirtschaftung stellt sicher, dass all diese Leistungen auch für kommende Generationen erhalten bleiben“, unterstreicht Herbert Stummer, Geschäftsführer des Burgenländischen Waldverbandes und Forstberater der LK-Burgenland.

 

Schneeschäden rasch aufarbeiten

Aktuell stehen im Burgenland die rund 25.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer vor großen Herausforderungen. Der heftige Schneefall vor einiger Zeit hat in zahlreichen Beständen Schäden verursacht. „Es ist entscheidend, diese Schadholzmengen rasch aufzuarbeiten. Nur so kann einem verstärkten Befall durch Borkenkäfer effektiv vorgebeugt werden“, appelliert Stummer. Eine zeitnahe Aufarbeitung sei nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht notwendig, sondern auch für die Stabilität der Wälder insgesamt.

 

Baum des Jahres: Die Lärche

Ein besonderes Augenmerk gilt heuer dem Baum des Jahres, der Lärche. Sie steht beispielhaft für Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft und gewinnt im Hinblick auf den Klimawandel zunehmend an Bedeutung. „Im Burgenland sind insgesamt 30 Baumarten vertreten. Die Hauptbaumarten sind beim Laubholz die Eiche und beim Nadelholz die Weißkiefer. Die Lärche spielt hier eher eine untergeordnete Bedeutung. Die Lärche bevorzugt ein kühles, eher feuchtes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie es in den Alpenlagen vorherrscht. Das Burgenland ist hingegen pannonisch geprägt, mit trocken-warmen Sommern und geringeren Niederschlagsmengen, was den optimalen Wuchs beeinträchtigt. Dennoch wird die Lärche auch im Burgenland als wertvolle Mischbaumart geschätzt, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu erhöhen, insbesondere im Kontext des Klimawandels“, erklärt Stummer und berichtet über die Versuchsfläche in Neckenmarkt, die vor 40 Jahren entstanden ist und etwa 1,6 Hektar umfasst.

 

Gemeinsame Verantwortung

Aus den burgenländischen Wäldern wird nicht mehr Holz entnommen als wieder nachwächst. Aktuell beträgt der Holzzuwachs des Burgenlandes 1,08 Millionen Vorratsfestmeter jährlich. Man kann auch sagen, im Burgenland wächst alle 20 Minuten ein Einfamilienhaus aus Holz nach. „Der Wald geht uns alle an – als Wirtschaftsfaktor, als Klimaschützer und als Lebensraum. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, ihn nachhaltig zu nutzen und zu bewahren“, so Berlakovich abschließend.

 

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