Eisenstadt, 15. 6. 2026
LR Leonhard Schneemann: „Wer mit dem Geld der Steuerzahler Millionen scheffelt und Luxus-SUVs least, hat den Sinn von Pflege nicht verstanden. Wir lassen uns von der ÖVP nicht erpressen!“

Paukenschlag in der Causa Pflegeheim Rudersdorf: Nach einer Sachverhaltsdarstellung des Landes ermittelt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt offiziell wegen des Verdachts auf Betrug. Doch statt sich schützend vor die Steuerzahler und Pflegebedürftigen zu stellen, startet ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl eine durchschaubare Ablenkungsmanöver und stellt Soziallandesrat Leonhard Schneemann ein „Ultimatum“. Diese Täter-Opfer-Umkehr lässt der Landesrat nicht im Raum stehen und kontert den ÖVP-Angriff mit aller Härte. „Die ÖVP betreibt hier billigste Verunsicherung auf dem Rücken der Betroffenen und macht sich zum Handlanger schamloser Geschäftemacherei. Während wir die Menschen schützen, leistet die ÖVP Schützenhilfe für private Gewinninteressen. Das ist eine moralische Bankrotterklärung der Volkspartei“, findet Landesrat Leonhard Schneemann klare Worte.
Der Fall Rudersdorf steht exemplarisch für jene Fehlentwicklungen, gegen die das Burgenland seit Jahren konsequent ankämpft. Nach den Prüfungen der Fachabteilung zeichnet sich ein eklatantes Abrechnungs-Chaos ab. Der Verdacht wiegt schwer: Systematisch soll Personal abgerechnet worden sein, das real überhaupt nicht existierte. Allein im Bereich der externen Verwaltung wurde in den letzten vier Monaten fast doppelt so viel Personal verrechnet wie tatsächlich nachgewiesen. Der hochgerechnete jährliche Schaden für die Steuerzahler und Gemeinden beläuft sich auf rund 270.000 Euro.
Gleichzeitig flossen jährlich 1,4 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in die Einrichtung für gerade einmal 18 Klienten. Geld, das offenbar direkt in den privaten Luxus der Betreiberin investiert wurde: Ein astronomisches Jahresgehalt von knapp 196.000 Euro, fette Gewinnausschüttungen (allein 166.000 Euro im Jahr 2024) und ein vom Steuerzahler finanziertes Luxus-SUV (Mercedes Benz 350) als Dienstfahrzeug stehen im Raum.
Gekrönt wird das System von einem dubiosen Immobilien-Deal: 2019 kaufte die Betreiberin das Heim als Privatperson um rund 619.000 Euro, nur um es kurz darauf für 2 Millionen Euro an ihre eigene Betreibergesellschaft weiterzuverkaufen – ein Gewinn von 1,3 Millionen Euro.
„Wenn Personal verrechnet wird, das nicht existiert, und gleichzeitig Luxus-Karossen auf Kosten der Allgemeinheit geleast werden, müssen wir handeln. Ein Pflegeheim ist kein Selbstbedienungsladen und keine private Gelddruckmaschine! Jeder Euro öffentlicher Gelder muss den Pflegebedürftigen am Bett zugutekommen und nicht privaten Renditen“, stellt Schneemann unmissverständlich klar.
Transparenz statt ÖVP-Märchen: Die Fakten zum gescheiterten Kauf
Auch den Vorwurf von ÖVP-Klubobmann Strobl, das Land habe das Heim aus reinem Machtkalkül kaufen wollen, entlarvt Schneemann als dreistes Märchen. Die Fakten zeigen ein völlig anderes Bild: Die Betreiberin selbst ist 2022 aktiv an das Land herangetreten, um die Immobilie zu veräußern.
„Das Land hat nie bestritten, dass es Gespräche und ein Angebot auf Basis eines objektiven Gutachtens gab. Aber die Preisvorstellungen der Betreiberin waren derart unverschämt überzogen, dass wir im Interesse der Steuerzahler dankend abwinken mussten. Wir kaufen doch kein Pflegeheim, das bereits mit Millionen an Förderungen finanziert wurde, völlig überteuert noch ein zweites Mal zurück! Wir verteilen keine millionenschweren Geschenke an private Betreiber. Das gebieten die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“, so Schneemann.
Niemand wird im Stich gelassen – Voller Schutz für Bewohner und Mitarbeiter
Die Konsequenzen des Landes sind unumstößlich: Die Tagsatzvereinbarung wurde per 31. Juli gekündigt, ein juristischer Störversuch der Betreiberseite vor Gericht wurde bereits abgeschmettert. Ab August fließt kein einziger Cent an Steuergeldern mehr in das „System Wagner“.
Für die Bewohnerinnen, Bewohner und Angestellten ist indes vollste Sicherheit garantiert. Das Land organisiert bereits in engen, sensiblen Gesprächen mit den Angehörigen die Verlegung der Bewohnerinnen und Bewohner. Den Familien entstehen dadurch keinerlei finanzielle Mehrkosten. Auch den Mitarbeitern wird aktiv bei der Jobsuche geholfen.
Scharfe Kritik übt Schneemann in diesem Zusammenhang an der aktuellen Vorgangsweise der Betreiberin, die trotz des feststehenden Endes weiterhin neue Patienten aufnimmt: „Das ist der Gipfel des wirtschaftlichen Kalküls auf dem Rücken von wehrlosen Menschen. Hier werden Patienten nur deshalb im letzten Moment aufgenommen, um bis zum finalen Tag noch schnell Fördergelder abzugreifen – im vollen Wissen, dass diese Menschen im August sofort wieder übersiedeln müssen. Das ist zutiefst unanständig.“
Der burgenländische Weg der Gemeinnützigkeit ist alternativlos
Für den Soziallandesrat bestätigt dieser handfeste Skandal einmal mehr, dass der eingeschlagene Kurs des Landes der einzig richtige ist.
„Der Fall Rudersdorf macht überdeutlich, worum es in der Pflege gehen muss: um Menschen, nicht um Millionen. Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, verdient im Alter Schutz, Würde und Fürsorge – und keine Pflege, die zur privaten Gewinnmaschine verkommt. Deshalb gehen wir den burgenländischen Weg der Gemeinnützigkeit ohne Wenn und Aber weiter. Pflege gehört der Gesellschaft und den Menschen, nicht den Profiten. Und von diesem Weg wird uns auch das laute Getöse der ÖVP nicht abbringen!“, erklärt Landesrat Leonhard Schneemann abschließend.


