Landwirtschaftskammer Burgenland: Agrarjahr 2023 bringt zahlreiche Herausforderungen

Eisenstadt, 11. 1. 2023

Ein herausforderndes Jahr liegt hinter uns. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass auf unsere Bäuerinnen und Bauern Verlass ist. Trotz vieler Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden, schaffen sie es, uns täglich mit frischen und regionalen Produkten zu versorgen. Die steigenden Strom-, Treibstoff- und Betriebsmittelpreise, die Neuerungen bei der Antragstellung für die neue Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), sowie die teilweisen realitätsfernen Vorschläge des Green Deals sind nur ein kleiner Teil der Herausforderungen im Agrarjahr 2023. „In über 62.000 Beratungen konnten wir im Jahr 2022 den fast 60.000 Mitgliedern bei ihren Anliegen helfen und sie mit unserem Fachwissen unterstützen. Und auch im Jahr 2023 wollen wir wieder die erste Anlaufstelle für alle landwirtschaftlichen Betriebe und Grundbesitzer sein. Trotz großer Herausforderungen blicken wir mit Zuversicht in das heurige Agrarjahr“ betont DI Nikolaus Berlakovich, Präsident der Bgld. Landwirtschaftskammer beim gemeinsamen Pressegespräch mit dem neuen Direktor der Bgld. Landwirtschaftskammer DI Josef Kugler und appelliert abermals an das Land Burgenland auf eine rasche budgetäre Einigung, damit 2023 ein reibungsloses Arbeiten stattfinden kann.

Präsident der Landwirtschaftskammer NR Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich gibt gemeinsam mit dem neuen Kammerdirektor DI Josef Kugler bei der Pressekonferenz in der Landwirtschaftskammer Burgenland in Eisenstadt einen Ausblick in das Agrarjahr 2023

Rückblick 2022: Über 12.000 Teilnehmer in fast 630 Kursen

Die Bgld. Landwirtschaftskammer war auch 2022 sehr aktiv. Mit rund 630 durchgeführten Veranstaltungen konnten – zusätzlich zu den 62.000 Beratungen – über 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt werden. Außerdem laufen derzeit noch vier Facharbeiterkurse und zwei Meisterkurse mit insgesamt 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 80 Veranstaltungen wurden im Zuge der GAP im ganzen Land abgehalten. „Diese flächendeckende Information und Beratung im ganzen Land schafft nur die Landwirtschaftskammer. Deshalb mein Appell ans Land Burgenland, diese auch finanziell abzusichern“, streicht Präsident Berlakovich hervor.

 

Ausblick: GAP – Neues Modell und Antragstellung

Mit 1.1.2023 hat die neue GAP Periode begonnen. Mit diesem Start kommt es zu wesentlichen Änderungen bei der Antragstellung und Förderungsabwicklung. Die wesentlichste Neuerung besteht darin, dass es je Antragsjahr nur noch einen Antrag, den Mehrfachantrag (MFA), geben wird. Der bisherige Herbstantrag hat ausgedient und wird in den MFA integriert. Eine weitere sehr wesentliche Änderung ist das frühere Ende der Einreichfrist, nämlich der 15. April, statt wie bisher der 15. Mai und es wird keine Nachreichfrist mehr geben. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bezirksreferaten haben in den letzten Wochen bis Ende des Jahres – zusammen mit den bäuerlichen Betrieben – über 5.400 Mehrfachanträge bearbeitet, davon rund 1.000 Anträge von Weinbaukatasterbetrieben“ berichtet Berlakovich und merkt an, dass ohne die Unterstützung der Landwirtschaftskammer viele Betriebe die Antragsstellung nicht ordnungsgemäß und rechtzeitig geschafft hätten. „Die GAP ist einer der Arbeitsschwerpunkte für 2023. Die Anträge der Bäuerinnen und Bauern wurden zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestellt. Jetzt müssen die Details der Anträge – wie die geplanten Umweltmaßnahmen und Investitionen – ausgearbeitet und eingereicht werden. Dabei stehen wir den Antragsstellern zur Seite und unterstützen und beraten, damit alle Fristen eingehalten und die Förderungen abgewickelt werden können“ erklärt Berlakovich.

 

Green Deal der EU muss angepasst werden

Die heimische Landwirtschaft setzt seit vielen Jahren auf den konsequenten Ausbau einer nachhaltigen, ökologischen und klimaeffizienten Produktion. Der Green Deal sieht eine EU-weite Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 und als Zwischenziel bis zum Jahr 2030 eine Reduktion der Netto-Treibhausgasemissionen um 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 vor. Mehrere darüberhinausgehende Detailziele wie die vorgeschlagene massive und undifferenzierte Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sowie die Vorgaben zur Wiederherstellung der Natur sind in der wirtschaftlichen Praxis kaum machbar und bedürfen daher angesichts der aktuell angespannten Versorgungssituation dringend einer Überarbeitung. „Wir müssen weiterhin produzieren können, um auch in Krisenzeiten genügend Nahrungsmittel für die Bevölkerung bereitstellen zu können. Daher müssen die Ziele des Green Deals adaptiert werden. Die Bauern wollen für die Menschen auch in Zukunft regionale Lebensmittel produzieren. Das können Sie nur dann machen, wenn sie die nötigen Mittel zur Verfügung haben“, fordert Berlakovich.

 

Landwirtschaftskammerwahl am 26. März

Über 58.000 Stimmberechtigte im ganzen Burgenland können am 26. März ihre Stimme bei der Landwirtschaftskammerwahl abgeben. Wahlberechtigt sind unter anderem Eigentümer von land- und forstwirtschaftlich genutzter, im Burgenland liegender Gründe mit einem Ausmaß von 5.700 m² (57 a) oder mit einem Einheitswert über 1.500 Euro und hauptberuflich in der Land- und/oder Forstwirtschaft selbständig tätige Personen. Die Wählerverzeichnisse liegen von 24. Jänner bis 2. Februar in den Gemeindeämtern auf. Nähere Informationen gibt es unter www.bgld.lk.at.

Berlakovich abschließend: „Trotz zahlreicher Herausforderungen blicken wir mit Zuversicht ins heurige Agrarjahr, weil wir wissen, dass unsere Bäuerinnen und Bauern auch weiterhin unsere Stabilität sichern.“

 

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