Jennersdorf, 13. 5. 2026
LAbg. Fabio Halb und Bundesrat Mario Trinkl üben scharfe Kritik an den Entwicklungen rund um das Seniorenhaus Rudersdorf – Betreiberin Petra Wagner in der Verantwortung.
Mit klaren Worten reagieren SPÖ-Landtagsabgeordneter Fabio Halb und SPÖ-Bundesrat Mario Trinkl auf die Entwicklungen rund um das Seniorenhaus Wagner in Rudersdorf. Nachdem das Land Burgenland die Tagsatzvereinbarung mit dem Pflegeheim aufgekündigt hat, sehen beide den Fall als deutliches Beispiel dafür, wohin ein falsches Verständnis von Pflege führen kann.

„Im Burgenland ist eines klar: Pflege darf kein Geschäftsmodell sein. Pflege ist Daseinsvorsorge. Öffentliche Mittel und die Beiträge der Menschen müssen bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie in der Pflegearbeit ankommen – nicht in privaten Gewinnmodellen“, stellt Halb klar.
Besonders irritierend ist für Halb die öffentliche Darstellung der Betreiberin Petra Wagner. „Hier wird versucht, die Verantwortung umzudrehen. Nicht das Land hat diese Situation verursacht. Im Raum stehen vielmehr hohe Geschäftsführerbezüge, Gewinnausschüttungen und Immobiliengeschäfte rund um eine Einrichtung mit nur wenigen Bewohnerinnen und Bewohnern. Wer öffentliche Pflegegelder erhält, muss sich auch die Frage gefallen lassen, wofür dieses Geld verwendet wurde – und warum dieses Geld nicht in die Menschen, in ein breiteres Leistungsangebot und in das Haus selbst investiert wurde.“
Laut öffentlich gewordenen Informationen sollen sich Geschäftsführerinnenbezüge und Gewinnausschüttungen auf deutlich über 300.000 Euro belaufen haben. Zudem wurde die Liegenschaft an eine eigene Gesellschaft weiterverkauft; im Raum stehen auch luxuriöse Dienstfahrzeuge. Für Halb ist das politisch und moralisch nicht nachvollziehbar: „Während Angehörige um ihre Liebsten bangen und Pflegekräfte täglich verantwortungsvolle Arbeit leisten, darf Pflege nicht zur Einnahmequelle einzelner werden. Verantwortungsvolles Handeln hätte bedeutet, vorhandene Mittel in die Bewohnerinnen und Bewohner, in die Qualität der Betreuung und in jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren, die tagtäglich mit den Menschen arbeiten.“
Auch Bundesrat Mario Trinkl findet deutliche Worte: „Wenn mit öffentlichen Pflegegeldern Konstruktionen finanziert werden, die am Ende private Gewinne ermöglichen, ist eine Grenze überschritten. Pflege ist ein sozialer Auftrag. Wer daraus ein Geschäftsmodell macht, handelt gegen die Interessen der Menschen.“
Trinkl verweist dabei auch auf die regionale Dimension des Falls: „Für Rudersdorf und die gesamte Region ist das eine hochsensible Situation. Es geht um ältere Menschen, um ihre Angehörigen, um Beschäftigte und um Vertrauen in die Pflegeversorgung vor Ort. Gerade deshalb braucht es Klarheit, Verantwortung und einen ehrlichen Umgang mit der Bevölkerung.“
Das Vorgehen des Landes sei daher ein notwendiges Signal. Halb und Trinkl betonen, dass die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt stehen müssen. Das Land habe deutlich gemacht, dass Pflegeplätze sichergestellt und Lösungen für die Menschen gesucht werden.
Politisch zeigt der Fall für die beiden SPÖ-Mandatare auch, warum der burgenländische Weg der Gemeinnützigkeit in der Pflege richtig ist. „Dieser Fall ist ein Paukenschlag. Er zeigt, dass Pflege klare Regeln braucht. Jeder Euro, der für Pflege gedacht ist, muss in der Pflege bleiben“, betont Trinkl.
Halb abschließend: „Petra Wagner muss Verantwortung übernehmen. Wer öffentliche Gelder für Pflege erhält, trägt Verantwortung gegenüber den Menschen – nicht gegenüber dem eigenen Gewinnkonto. Das Burgenland sendet eine klare Botschaft: Pflege ist Daseinsvorsorge und kein Selbstbedienungsladen.“


