Sigleß, 12. 8. 2026
In der Gemeinderatssitzung vom 4. August wurde der Gemeinderat von der Frau Bürgermeister darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Freibad inmitten der Hauptsaison und der Sommerferien aufgrund schwerer Defekte schließen muss. Als Grund wurden defekte
Rohrdichtungen unter dem Becken und daraus resultierend ein außerordentlich hoher Wasserverbrauch angeführt.

Für die VP-Gemeinderäte ist nun das unvermeidliche eingetreten: Bereits seit Jahrzehnten ist jedem aufmerksamen Besucher klar, dass im Freibad keine wirkungsvollen Service- oder gar Investitionstätigkeiten durchgeführt wurden. Das Motto war anscheinend, sich irgendwie über jede Badesaison hinüberzuretten und offensichtliche Mängel konsequent zu ignorieren oder gar abzustreiten. Bereits im Jahr 2023 gab es eine Diskussion über den hohen Wasserverbrauch im Freibad – damalige zusätzliche Wasserkosten von € 15.000,-, diese wurden mit einem Rechenfehler einer Gemeindebediensteten begründet. Damals zweifelten wir an dieser Aussage, heute umso mehr. – Dass defekte Rohrdichtungen an vielen Stellen plötzlich von einer Saison auf die andere gleichzeitig auftreten, kann auch ein Laie als äußerst unwahrscheinlich erkennen.
Ebenfalls im Jahr 2023 musste eine Förderung von € 21.898,42 zurückbezahlt werden, weil die desolate Folie im Freibad nicht erneuert wurde. Dies kann man nur als nachlässig betrachten – hätte man die Folie damals erneuert und das Freibad auch gleich durchgecheckt, wären viele Defekte bereits erkannt worden. Aufgrund dieser Nachlässigkeit haben wir heute ein Freibad, mit einem Fleckerlteppich als Folie und defekten Rohren, welche einen enormen Wasserverbrauch verursachen. Anm.: Die Folie wurde x-mal geflickt, was viel über den Zustand aussagt.
In der Gemeinderatssitzung haben die Gemeinderäte der VP aus Verantwortung für unsere Gemeinde der Schließung am 17. August zugestimmt. GV Jürgen Monsberger stimmte dagegen – er wollte ein Zeichen setzen und damit auf die jahrzehntelange Nachlässigkeit im Freibad hinweisen.
Für Verwunderung sorgte, dass nun alle Siglesser Saisonkartenbesitzer im 15 km entfernten Schattendorf „gratis“ das Warmbad benützen dürfen. Die Frage der VP, warum nicht eine Lösung in den Nachbarortschaften Pöttsching, Mattersburg oder Bad Sauerbrunn gesucht wurde, sagte die Frau Bürgermeister: „Weil ich nach Schattendorf bessere Kontakte habe“. Viel überlegt dürfte man sich dabei nicht haben: Wenn man mit dem amtlichen km-Geld von €0,50/km rechnet, 15 km von Sigleß Hinfahrt und 15 km Rückfahrt, dann sind das 30 km mal 0,50 = € 15,-. Bei den jetzigen Spritkosten kann man sich die Fahrt nach Schattendorf ersparen und kommt mit dem Tageseintritt in den Bädern der Nachbarortschaften wesentlich günstiger als mit der Schmähparade „gratis Baden in Schattendorf“ der Frau Bürgermeister.
Das Freibad Sigleß ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Dieses zu erhalten sollte unser aller Ziel sein. Wir erwarten uns hier auch eine Unterstützung seitens der Landesregierung: Wenn Klimaoasen und Bewegungsparks gefördert werden, ein sündteures Kogelberghaus außerhalb von Sigleß, wo wir mitzahlen, ebenfalls gefördert wird, dann sollte auch eine Förderung für ein Freibad, das tatsächlich einen Nutzen für die Bevölkerung hat, ebenfalls gefördert werden. Denn im Gegensatz zu diesen zweifelhaften „Klimaoasen“ und „Bewegungsparks“ würde ein Freibad tatsächlich genutzt werden.
Mit dieser Information wollten wir Verantwortlichkeiten klar und transparent benennen, denn es ist die SPÖ, welche in Sigleß seit 1945 die absolute Mehrheit hat und damit die klare Verantwortung trägt. Wir können nur unsere Zusammenarbeit anbieten und ein klares Bekenntnis zu einem nachhaltig sanierten Freibad abgeben.
Die Gemeinderäte der ÖVP-Sigleß:
GV Jürgen Monsberger, GR Alexander Benczak, GR Josef Eros Braunsdorfer, GR Bmst. Ing. Rudolf Glavanits, GR Johann Zaritsch, Ortsparteiobfrau EGR Michaela Benczak.


