Wien, 22. 1. 2026
Niessl: „Sportstrategie kommt, Wiedererhöhung des Sportbudgets muss kommen“
Beim traditionellen Neujahrsempfang kamen am Mittwoch zahlreiche Vertreter:innen der Mitglieder der in der Bundes-Sportorganisation Sport Austria organisierten Verbände, Organisationen und Institutionen im Großen Spiegelsaal des Haus des Sports zusammen. Gastgeber Sport Austria-Präsident Hans Niessl nutzte die Gelegenheit, um zentrale Zukunftsthemen des organisierten Sports in Österreich zu präsentieren und wichtige sportpolitische Botschaften zu platzieren.

Unter den Gästen befanden sich unter anderem Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt, die renommierte Wissenschafterin Professorin Edeltraud Hanappi-Egger sowie der neue Sport-Sektionschef Marcel Chahrour. Hanappi-Egger, seit 2002 Professorin für „Gender & Diversity in Organizations“ an der WU Wien und von 2015 bis 2023 deren Rektorin, hielt einen viel beachteten Vortrag zum Thema Diversität. Sport Austria wird dieses Thema gemeinsam mit ihr in weiteren Workshops vertiefen und für seine Mitgliedsorganisationen weiterentwickeln.
In seiner Rede betonte Präsident Niessl die große Bedeutung des Ehrenamts für den österreichischen Sport: Rund 580.000 ehrenamtlich Engagierte sorgen Woche für Woche dafür, dass Sport, Gesundheit und Integration im ganzen Land gelebt werden. „Dieses Engagement ist unbezahlbar und verdient höchsten Respekt“, so Niessl.
Mit Blick auf die aktuelle politische und finanzielle Lage unterstrich der Präsident die Rolle des Sports als Investition in Gesundheit, Bildung, wirtschaftliche Wertschöpfung und sozialen Zusammenhalt: „Es gibt in Österreich zu viele Ich-AGs – wir im Sport stehen für die Wir-AG“, betonte Niessl. Gleichzeitig machte er klar, dass die aktuelle Budgetkürzung den organisierten Sport stark trifft. „Wir nehmen die Zusage der Staatssekretärin, dass die Mittel ab 2027 wieder erhöht werden, beim Wort. Die Wiedererhöhung des Sportbudgets ist unbedingt notwendig, um langfristige Schäden zu vermeiden“, so Niessl.
Ein zentrales Anliegen sei zudem die stärkere Verankerung von Sport und Bewegung im Gesundheitssystem. Regelmäßige Bewegung senke nachweislich Kosten und steigere die Lebensqualität – Aspekte, die in der gesundheitspolitischen Debatte stärker berücksichtigt werden müssten. Ein kürzlich stattgefundenes Gespräch mit Gesundheitsministerin Korinna Schumann stimme ihn positiv, dass hier künftig Fortschritte möglich sind.
Als wichtigen Zukunftsschritt kündigte Niessl an, dass Sport Austria noch heuer erstmals eine nationale Sportstrategie erarbeiten wird. Unter dem Leitmotiv „Vom Sportland zur Sportnation“ soll gemeinsam mit Bund, Ländern sowie Dach- und Fachverbänden eine langfristige Stoßrichtung für Spitzen- und Breitensport entwickelt werden. Ziel sei es, sportlichen Erfolg zu sichern, das Aktivitätsniveau der Bevölkerung zu steigern, das Ehrenamt zu stärken und Sport sowie Bewegung als Schlüssel für ein leistbares, zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu positionieren. Niessl: „Es ist wichtig, dass diese Strategie aus dem Sport kommt. Sie wird sowohl den Spitzen- als auch den Breitensport berücksichtigen – beide brauchen einander. Österreich braucht beide.“
„Dafür benötigen wir stabile Rahmenbedingungen, eine starke gemeinsame Stimme und gesellschaftliche Wertschätzung. Dafür steht Sport Austria – und dafür werden wir uns auch 2026 mit voller Kraft einsetzen“, so Niessl abschließend.

