Kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik 2025: Burgenland bleibt auf hohem Sicherheitsniveau

Eisenstadt, 31. 3. 2026

Im Burgenland ist die Zahl der Anzeigen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen (+2,1 %). Gleichzeitig bleibt das Bundesland weiterhin eines der sichersten in Österreich. Eine zunehmende Herausforderung stellt nach wie vor die Internetkriminalität dar.

Im Jahr 2025 bearbeitete die Polizei im Burgenland insgesamt 12.026 Anzeigen. Gegenüber 2024 (11.776 Anzeigen) entspricht dies einem Anstieg von 2,1 %. Die Aufklärungsquote konnte zugleich um 2 Prozentpunkte auf 55,9 % gesteigert werden.

 

Landespolizeidirektor Mag. Martin Huber betont:
„Die Polizeiliche Anzeigenstatistik 2025 bestätigt, dass das Burgenland weiterhin zu den sichersten Bundesländern Österreichs zählt. Insbesondere der deutliche Rückgang im Bereich der Schlepperei zeigt die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen des Bundesministeriums für Inneres, der Landespolizeidirektion Burgenland sowie die wertvolle Unterstützung des Österreichischen Bundesheeres. Die hohe Aufklärungsquote unterstreicht zudem die Qualität der polizeilichen Arbeit. Gleichzeitig ist ein Anstieg neuer Kriminalitätsformen, insbesondere im Bereich Cybercrime, erkennbar. Mit gezielten Maßnahmen wie dem Ausbau von Kriminalassistenzdienststellen und einem eigenen Cybercrime-Training-Center reagieren wir auf diese Entwicklungen und stellen sicher, dass wir auch künftig ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten können.“

 

Er führt weiter aus:
„Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit liegt weiterhin im Grenzraum. Der Grenzschutz wird dabei laufend weiterentwickelt, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Unser Ansatz des Grenzschutzes Neu ist heute stärker auf eine flexible und effiziente Präsenz in der gesamten Grenzregion ausgerichtet. Anstelle ausschließlich statischer Kontrollen an einzelnen Grenzübergängen setzen wir verstärkt auf dynamische Maßnahmen, mobile Kontrollen und eine umfassende Überwachung des Grenzraumes. Dadurch können wir schneller reagieren und unsere polizeilichen Ressourcen noch gezielter einsetzen.

 

Oberst Gerhard Braunschmidt, Leiter des Landeskriminalamts:
„Die Anzeigenstatistik 2025 ist für uns sowohl Bestätigung als auch Auftrag: einerseits wollen wir die bewährte Zusammenarbeit mit der Bevölkerung weiterführen, andererseits gilt es, aktuellen kriminalpolizeilichen Herausforderungen entschlossen zu begegnen und insbesondere die Präventionsarbeit weiter auszubauen.“

 

Über die Tatverdächtigen

Im Jahr 2025 konnten insgesamt 8.423 Tatverdächtige ausgeforscht werden, was einem Anstieg von 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Davon waren 3.853 Personen keine österreichischen Staatsbürger. Die häufigsten Herkunftsländer waren Ungarn (915), die Slowakei (724), Rumänien (528), Deutschland (217) und Serbien (109).

 

Gewaltdelikte

Im Bereich der Gewaltdelikte wurden 1.677 Anzeigen registriert (+2,6 %). Die Aufklärungsquote lag bei 89,9 % und konnte damit erneut gesteigert werden (+1,4 Prozentpunkte).
Bei Straftaten im privaten Umfeld wurden 463 Fälle angezeigt (+4,3 %), wobei alle Delikte vollständig geklärt werden konnten.

 

Eigentumskriminalität

Die Eigentumskriminalität ging im Jahr 2025 leicht zurück: Insgesamt wurden 3.439 Delikte angezeigt (-2,6 %). Die Aufklärungsquote stieg auf 39,6 % (+2,8 Prozentpunkte). Die Zahl der geklärten Fälle erhöhte sich um 4,8 %.

Deutliche Rückgänge gab es bei Wohnungs- und Wohnhauseinbrüchen mit 122 Fällen (-28,2 %). Die Aufklärungsquote konnte hier gleichzeitig auf 32,0 % gesteigert werden. Auch Fahrraddiebstähle gingen deutlich zurück (292 Fälle gegenüber 413 im Jahr 2024).

 

Cybercrime bleibt herausfordernd

Die Internetkriminalität nahm weiter zu: Die Zahl der angezeigten Fälle stieg um 14,7 % auf 1.634 Delikte. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote auf 32,4 % (-3,7 Prozentpunkte). Cybercrime bleibt somit ein zentrales Aufgabenfeld der Polizei.

 

Suchtmittelkriminalität

Im Bereich der Suchtmittelkriminalität wurden 887 Anzeigen registriert (+13,1 %). Der illegale Handel erfolgt zunehmend über internationale Verkehrswege sowie über das Internet und erschwert die Ermittlungsarbeit zusätzlich.

 

Schlepperei

Die Bekämpfung der Schlepperei bleibt ein wesentlicher Schwerpunkt im Burgenland. Nach einem Höchststand in den Jahren 2021 und 2022 ist seitdem ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2025 wurden 284 Anzeigen registriert (2024: 462).

Dieser Rückgang ist auf umfangreiche Maßnahmen zurückzuführen, darunter internationale Kooperationen, technische Unterstützung (z. B. Drohneneinsatz) sowie verstärkte operative Maßnahmen im Grenzraum (OP FOX, Schwerpunktaktionen).

 

Wirtschaftskriminalität

Die Wirtschaftskriminalität stieg leicht auf 2.490 Fälle (+4,6 %). Die Aufklärungsquote lag bei 42,8 %. Den größten Anteil machten erneut Betrugsdelikte aus (1.767 Fälle).

 

Zusammenfassung

Die Anzeigenstatistik 2025 zeigt deutlich, dass das Burgenland weiterhin eines der sichersten Bundesländer Österreichs ist und im bundesweiten Vergleich mit 2,2 % der Gesamtkriminalität den niedrigsten Anteil aufweist. Gleichzeitig werden aktuelle Herausforderungen – insbesondere im Bereich Cybercrime und international organisierter Kriminalität – klar sichtbar.

Ein entscheidender Faktor bleibt auch künftig die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bevölkerung, um sowohl bestehenden als auch neuen sicherheitspolizeilichen Herausforderungen wirksam begegnen zu können.

 

 

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