Sport braucht Planungssicherheit

Wien, 13. 4. 2026

Weitere Millionen-Kürzungen würden Zukunft des Sports gefährden

Mit dem Start der Budgetverhandlungen zwischen den Ministerien und dem Finanzministerium hat auch eine entscheidende Phase für die Zukunft des organisierten Sports in Österreich begonnen. Im Zentrum steht die Frage, welchen Stellenwert Bewegung, Gesundheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt künftig einnehmen werden. Betrachtet die Politik Sport als „Nice to have“ oder als unverzichtbaren Bestandteil einer leistungsfähigen und zukunftsfitten Gesellschaft?

Sport Austria hat im Vorfeld intensiv den Austausch mit allen relevanten Stakeholdern gesucht und dabei die zentrale Bedeutung der Sportförderung unterstrichen. Diese bildet die Grundlage für den Spitzensport ebenso wie für den Breiten-, Gesundheits- und Schulsport. Die laufenden Budgetverhandlungen selbst werden vom zuständigen Sportministerium geführt.

„Wir erwarten, dass sich das Ergebnis der Budgetgespräche auch in einer entsprechenden Wertschätzung für den organisierten Sport widerspiegelt“, heißt es seitens Sport Austria. Konkret geht es um rund 560.000 Ehrenamtliche in 15.000 Sportvereinen, die tagtäglich einen – unentgeltlichen – unverzichtbaren Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Österreich leisten.

Sport ist zugleich einer der wirksamsten Hebel in der Prävention. Wer hier weiter spart, riskiert langfristig steigende Belastungen im Gesundheitssystem. Investitionen in den Sport sind daher Investitionen in die Zukunft – gesundheitlich, sozial und wirtschaftlich.
Wer sich Erfolge im Spitzensport und Medaillen erhofft, wer durch Breiten- und Gesundheitssport das Gesundheitssystem entlasten will, wer Impulse für den Winter- und Sommertourismus setzt und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt – auch im Bereich Integration – stärken möchte, muss all das bei den Budgetverhandlungen mitdenken.

Gleichzeitig steht der organisierte Sport vor erheblichen Herausforderungen. Das aktuelle Sparpaket umfasst rund 30 Millionen Euro weniger für den Sport, was einem Rückgang der staatlichen Fördermittel von rund 13 Prozent entspricht. Besonders betroffen sind Spitzen-, Breiten- und Vereinssport gleichermaßen. Kolportierte zusätzliche Kürzungen in der Größenordnung von 20 bis 40 Millionen Euro würden die Situation weiter verschärfen und sorgen naturgemäß für große Unruhe im organisierten Sport. Sport-Austria-Präsident Hans Niessl betont: „Das würde unserem Sport den Boden unter den Füßen wegziehen!“ 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Budgetverhandlungen erinnert Sport Austria zudem an die klare Zusage der Sportpolitik, wonach die aktuellen Sparmaßnahmen zeitlich befristet sein sollen. „An dieser Zusage wird sich die Politik messen lassen müssen. Jetzt ist es Zeit, die Trendumkehr einzuleiten“, so Niessl.

Ein weiteres Sparpaket zulasten des Sports würde die gewachsenen Strukturen nachhaltig gefährden. Niessl: „Der organisierte Sport würde dagegen entschieden auftreten – getragen von der Stärke von über einer halben Million Ehrenamtlicher in rund 15.000 Vereinen und der Unterstützung von rund 2 Millionen Mitgliedern.“

Aktuelles Sparpaket im Überblick

  • Rund 30 Millionen Euro weniger für den Sport
  • Rückgang der staatlichen Fördermittel um rund 13 %
  • Betroffen: Spitzen-, Breiten- und Vereinssport gleichermaßen

Gefordertes Comeback-Paket ab 2027

  • Rückkehr zum Ausgangsniveau der Besonderen (120 Mio. Euro) und Allgemeinen Bundes-Sportförderung (rund 105 Mio. Euro)
  • Wiedereinführung der erfolgsorientierten Komponente im Glücksspielgesetz
  • Zweckwidmung von mindestens 50 % der erhöhten Wettspielabgabe für den Sport
  • Umsetzung einer umfassenden Infrastrukturoffensive
  • Flächendeckende Ausrollung der täglichen Bewegungseinheit – ohne zusätzliche Belastung des Sportbudgets
  • Maßnahmen zur Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung zur Stärkung ehrenamtlicher Strukturen

 

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