Deutschkreutz, 27. 5. 2026
Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung unterzeichnet
Im Weingut Strehn in Deutschkreutz fand vor Kurzem der Landlady-Nachmittag der Bäuerinnen Burgenland statt. Im Mittelpunkt der gelungenen Veranstaltung standen neben einer unterhaltsamen Lesung der burgenländischen Erfolgsautorin Martina Parker vor allem ein bedeutender Festakt: die Unterzeichnung einer Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung in der Land- und Forstwirtschaft.
Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zu einem abwechslungsreichen Programm, das mit einem Sektempfang eröffnet und von Landesbäuerin Christine Riepl sowie Bezirksbäuerin Gabriele Biricz offiziell begrüßt wurde. Höhepunkt des Nachmittags war die feierliche Unterzeichnung der Charta durch die Bäuerinnen Burgenland, die Landwirtschaftskammer Burgenland, die burgenländischen Lagerhäuser Frauenkirchen, Horitschon und Südburgenland, die ARGE Meister, die SVS, den Rinderzuchtverband sowie dem Maschinenring.

Starke Grundlage für gemeinsame Zukunft
Die unterzeichnete Charta verfolgt das klare Ziel, die Partnerschaft in der agrarischen Interessenvertretung nachhaltig zu stärken. Sie basiert auf dem Bewusstsein, dass Frauen und Männer unterschiedliche, aber gleichwertige Perspektiven einbringen und dass agrarpolitische Entscheidungen beide Geschlechter unterschiedlich betreffen können.
Konkret verpflichtet sich die Charta zu:
- einer stärkeren Beteiligung von Frauen in Führungsfunktionen (mindestens 30 %),
- einer fairen und ausgewogenen Verteilung von Ressourcen,
- der aktiven Förderung von Frauen in politischen und organisatorischen Rollen,
- besseren Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie, Betrieb und Funktion,
- sowie einer ausgewogenen Darstellung beider Geschlechter in der Öffentlichkeit.
Die Umsetzung dieser Ziele wird als zentrale Führungsaufgabe verstanden und regelmäßig – im Abstand von drei Jahren – extern evaluiert.
Klare Worte aus der Interessenvertretung
LK-Präsident Nikolaus Berlakovich betonte die Bedeutung dieses Schrittes: „Die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft kann nur gemeinsam gestaltet werden. Mit dieser Charta setzen wir ein starkes Signal nach außen für gelebte Partnerschaft und die gleichwertige Einbindung von Frauen und Männern in allen Bereichen der Interessenvertretung. Mit mehr als einem Viertel an weiblichen Kammerrätinnen in der Vollversammlung gehört die Burgenländische Landwirtschaftskammer im österreichweiten Vergleich zur Spitze. Auch die Verbände der ‚ARGE Meister und Meisterinnen‘, ‚Urlaub am Bauernhof‘, die Landjugend Burgenland und Schule am Bauernhof‘ liegen in weiblicher Hand. Der Rinderzuchtverband im Burgenland ist sogar der einzige und erste österreichweit, der von einer Frau geführt wird. Das zeigt, dass uns dies schon immer ein wichtiges Anliegen war und ist.“
Auch Landesbäuerin Christine Riepl unterstrich die Relevanz des gemeinsamen Engagements: „Frauen sind tragende Säulen unserer Betriebe und unserer Organisationen. Die Charta ist ein wichtiger Meilenstein, um ihre Leistungen sichtbar zu machen, ihre Mitsprache zu stärken und echte Chancengleichheit zu verankern.“
Literarischer Höhepunkt in stimmungsvollem Ambiente
Für einen besonderen kulturellen Akzent sorgte Martina Parker, Autorin der beliebten Gartenkrimis. In ihrer Lesung nahm sie das Publikum mit in humorvoll-spannende Geschichten rund um das Landleben – voller neugieriger Nachbarinnen, kleiner Geheimnisse und unerwarteter Verbrechen zwischen Gemüsebeet und Dorftratsch. Mit viel Gespür schilderte sie starke Frauenfiguren und authentische Szenen direkt aus dem burgenländischen Alltag. Die Atmosphäre des Weinguts Strehn – zwischen Reben und blühender Natur – bot dafür die perfekte Kulisse und ließ die erzählten Krimis beinahe greifbar erscheinen.
Gelungener Nachmittag mit Austausch und Netzwerkpflege
Der Landlady-Nachmittag bot nicht nur inhaltliche Impulse, sondern auch Raum für persönlichen Austausch und Vernetzung. Beim gemütlichen Ausklang nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu vertiefen. Mit der Kombination aus inhaltlicher Weiterentwicklung, kulturellem Genuss und persönlichem Austausch setzte der Landlady-Nachmittag ein starkes Zeichen für eine zukunftsorientierte, partnerschaftliche Landwirtschaft im Burgenland.


