Kittsee, 23. 6. 2026
Marillenanbaufläche im Burgenland in den letzten 25 Jahren um 40 Prozent gestiegen.
Rund zweieinhalb Kilogramm Marillen lässt sich jeder Österreicher bzw. jede Österreicherin im Durchschnitt pro Jahr schmecken. Vor allem die heimischen Früchte rund um Kittsee sind besonders süß und saftig. „Die Kittseer Marille hat eine lange Tradition. Bereits seit über 100 Jahren gibt es sie in Kittsee und in den umliegenden Ortschaften. Im gesamten Burgenland werden von etwa 81 Betrieben auf einer Fläche von zirka 82 Hektar Marillen angepflanzt. In Kittsee allein stehen rund 30.000 Marillenbäume, die von etwa 45 Obstbäuerinnen und Obstbauern kultiviert werden. Die Marillenernte in Kittsee hat gerade begonnen. Dieses Jahr rechnen die Marillenbäuerinnen und Marillenbauern mit einer durchschnittlichen Ernte mit ausgezeichneter Qualität“, erklärt LK-Präsident Nikolaus Berlakovich bei einem Pressegespräch in Kittsee gemeinsam mit Josef Maurovich, dem Obmann des Vereins „Kittseer Marille“.

„Die Marille ist eine burgenländische Erfolgsgeschichte. Während die Anbauflächen bei vielen anderen Obstarten rückläufig sind, haben unsere Obstbaubetriebe das Potenzial der Marille erkannt und konsequent genutzt. Der Anstieg der Anbaufläche um rund 40 Prozent in den vergangenen 25 Jahren zeigt das Vertrauen der Bäuerinnen und Bauern in diese Kultur, aber auch die gestiegene Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten. Gleichzeitig steht die Marille für regionale Wertschöpfung, hohe Qualität und die Innovationskraft unserer Betriebe“, betont LK-Präsident Berlakovich. Konkret: im Vorjahr wurden im Burgenland auf 81 Hektar rund 578 Tonnen Marillen geerntet. Im Jahr 2000 wurden auf rund 58 Hektar 214 Tonnen geerntet.
Fünf Euro pro Kilo Marillen in den letzten Jahren unverändert
Die letzten Jahre waren für die Marillenbäuerinnen und Marillenbauern – wie für viele anderen Obstproduzenten im Freiland – nicht leicht. Totalausfälle durch Frost, Hagel oder Pilzkrankheiten waren keine Seltenheit. „Heuer schaut die Prognose für die Marillenernte zwar besser, aber lokal sehr unterschiedlich, aus. Es gibt streifenweise Gebiete mit starken Frostschäden und dann wiederum Obstgärten mit vielen Früchten und keinen Schäden. Nach aktuellem Stand hat die bisherige Trockenheit noch keine nennenswerten Auswirkungen verursacht. Wir rechnen heuer insgesamt mit einer durchschnittlichen Ernte, aber auf jeden Fall ausreichender Menge und Top-Qualität für unsere Konsumentinnen und Konsumenten“, berichtet Josef Maurovich. Er ergänzt: „Leider setzt sich der Trend fort, dass es immer weniger Bio-Marillenbäume gibt. Aufgrund des fehlenden Pflanzenschutzes steigen immer mehr Bio-Marillenproduzenten auf konventionelle Bewirtschaftung um, da man hier weniger Ausfälle hat“, so Maurovich.
Auch wenn die heurige Ernte durchschnittlich ist, dafür sind die Kittseer Marillen größer und schmecken wie gewohnt hervorragend fruchtig. „Der Großteil der Kittseer Bauern verkauft die Marillen direkt an die Konsumentinnen und Konsumenten. Heuer liegt der Preis unverändert bei fünf Euro pro Kilo. Eine Online-Marillenbörse unterstützt die Konsumentinnen und Konsumenten bei der Suche. Interessierte können über die Website kittseer-marille.at einsehen, bei welchen Produzenten es im Moment Bestände gibt und dann direkt bei diesen bestellen. Der Vertrieb erfolgt dann je nach Absprache ab Hof oder ab Marillengarten“, so Maurovich.
Seit über 25 Jahren Verein „Kittseer Marille“
Die traditionelle Sorte, die im österreichischen Kittsee angepflanzt wird, ist die „Ungarische Beste“. Diese Marillensorte zeichnet sich durch ihr schmackhaftes Fruchtfleisch und ihre gute Eignung für das pannonische Klima zwischen Donau und Neusiedler See aus. Den Verein „Kittseer Marille“ gibt es bereits seit über 25 Jahren. Neben Kittsee gehören auch die Gemeinden Edelstal und Pama zum Verein. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, durch Fachvorträge sowie Exkursionen zu Fachbetrieben die Qualität der Kittseer Marillen zu erhalten und zu verbessern. Neben dem Direktverkauf wird die Kittseer Marille auch veredelt. So entsteht Schnaps, Nektar und Marmelade. „Unsere Marillen sind immer sehr gefragt. Wir haben schon viele Vorbestellungen. Das zeigt, dass die Konsumentinnen und Konsumenten sich schon auf die heimischen Kittseer Marillen freuen“, so Maurovich. Einige Betriebe haben gerade erst mit der Marillenernte begonnen, der Großteil wird Anfang Juli eingebracht werden. Wer sich Kittseer Marillen kaufen möchte, sollte auf Nummer sichergehen und telefonisch vorbestellten. Eine Auflistung von Produzentinnen und Produzenten, die im Moment Marillen verkaufen und selbstständig vertreiben, findet man unter www.kittseer-marille.at.
Die wichtigsten Marillenanbaugebiete im Burgenland befinden sich im Bezirk Neusiedl in der Region von Kittsee sowie Eisenstadt-Umgebung, Bezirk Mattersburg, im Bezirk Oberwart rund um Rechnitz und im Bezirk Güssing. Auch bei Marillen setzte sich der Trend zu mehr Sortenvielfalt fort. Trotzdem konnte die Gruppe Klosterneuburger, Ungarische Beste (die Hauptanbausorte in Kittsee), Kecskemeter Rosenaprikose den ersten Rang halten.


