Tschernobyl 1986: Das Bundesheer und der unsichtbare Feind

Am 26. April jährte sich der GAU in Tschernobyl zum 39. Mal. Dazu spricht Ute Axmann mit Oberst Otto Strele und Vizeleutnant Andreas Dostal. Beide waren nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Einsatz, als sich die radioaktive Wolke Österreich näherte. Die zwei ABC-Abwehr-Spezialisten berichten von ihrem Einsatz zum Schutz der Bevölkerung und über den Kampf gegen den unsichtbaren Feind; die Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen. Das #bundesheer hat dazu 2025 einen Poadcast erstellt.

https://bundesheer.podigee.io/43-19-tschernobyl-1986-das-bundesheer-und-der-unsichtbare-feind

Den Poadcast können sie hier anhören: https://bundesheer.podigee.io/43-19-tschernobyl-1986-das-bundesheer-und-der-unsichtbare-feind

Unser Journalist und Fotoreporter Herbert Unger hat alle öffentlich verfügbaren Dokumente zum gesamtstaatlichen Notfallplan in einem PDF-Dokument (1.000 Seiten) zusammengefasst und hier zur Verfügung gestellt. Ereignisse in Kernkraftwerken und anderen kerntechnischen Anlagen:

Download Gesamtdokument: Nuklearvorfall Notfallpapiere AUT 2026 (Textlink anklicken zum Download

 

„…betreffend Unfall in Kernanlage Tschernobyl…“: 40 Jahre Super-GAU

 

Am 26. April 1986 um 01:23 Uhr explodierte bei einem missglückten Sicherheitstest der Reaktor 4 des Wladimir-Iljitsch-Lenin-Kernkraftwerks bei Tschernobyl in der damaligen UdSSR (heute Ukraine). Eklatante Sicherheitsverstöße und schwerwiegende Konstruktionsmängel führten zur Kernschmelze und vollständigen Zerstörung des Reaktors und des Reaktorgebäudes. Es war der bislang schwerste Unfall in der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die Explosion und die ersten Sicherungs- und Löscharbeiten forderten bereits mehr als 50 Tote, und die in großer Menge freigesetzte radioaktive Materie sollte letztendlich vielen tausenden Menschen das Leben kosten. Die intransparente Vorgehensweise der sowjetischen Behörden, die erst am Folgetag die Evakuierung der näheren Umgebung veranlassten, verschlimmerte die Situation zusätzlich. Aber nicht nur dort waren die Auswirkungen drastisch; ungünstige Luftströmungen und Regen führten dazu, dass auch Zentraleuropa rasch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Am 28. April wurden in Skandinavien sowie der Schweiz und Österreich erhöhte radioaktive Werte gemessen und einen Tag später, also erst drei Tage nach dem Super-GAU, berichteten sowjetische Quellen erstmals darüber.

Aufgrund der Wetterlage war Österreich stark betroffen und der Durchzug der radioaktiven Luftmassen führte zu einer Kontaminierung eines Großteils des Bundesgebietes. Die Strahlenbelastung für die Bevölkerung konnte durch erste behördliche Maßnahmen wie die Verhängung eines zeitweiligen Weide- sowie Ernteverbotes für Freilandgemüse und -obst reduziert werden. Um die Einhaltung der erlassenen Grenzwerte sicherzustellen, wurden über Monate hinweg umfassende Radioaktivitätskontrollen von Lebensmitteln durchgeführt. Nachdem es bis dahin weder auf nationaler noch internationaler Ebene ein krisentaugliches Warn- und Informationssystem für radioaktive Unfälle gegeben hatte, führte die Katastrophe dazu, dass man sich angesichts der grenzüberschreitenden Auswirkungen intensiver mit dem nuklearen Notfallmanagement auseinanderzusetzen begann.

Quelle:

https://www.oesta.gv.at/veroeffentlichungen/archivale-des-monats/betreffend-Unfall-in-Kernanlage-Tschernobyl-40-Jahre-SuperGAU.html

Tagungsbericht

https://www.oesta.gv.at/veroeffentlichungen/nachrichten/35-Jahre-Tschernobyl.html

https://www.oesta.gv.at/dam/jcr:03fa3adb-0f99-409d-aeac-098474f0ca39/Tagungsbericht.pdf

 

Atomkraft

Pilzkontrollen, Jodtabletten, Sirenen: Welche Lehren Österreich aus Tschernobyl gezogen hat

Als Reaktion auf den Reaktorunfall 1986 wurde das Warnsystem aus- und ein Krisenmanagement aufgebaut.

Aktuelle Berichterstattung 23.4.26: https://www.derstandard.at/story/3000000316575/pilz-kontrollen-jodtabletten-sirenen-welche-lehren-oesterreich-aus-tschernobyl-gezogen-hat

 

Herbert Unger – freier Journalist bei bkftv.at
herbert.unger@bkftv.at oder 06645344908
Meine Artikel: https://bkftv.at/author/hu/
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