Gols, 15. 9. 2026
Paralympics-Sieger Georg Tischler präsentierte in seiner Heimatgemeinde seine Biografie „Eine Kugel aus Eisen – Ein Wille aus Stahl“. Ein bewegender Abend über Schicksal, Sport, Familie, Freundschaft und die Kraft, nach Rückschlägen immer wieder aufzustehen.

Es war weit mehr als eine klassische Buchpräsentation. Als Georg Tischler in Gols sein Buch „Eine Kugel aus Eisen – Ein Wille aus Stahl“ präsentierte, wurde daraus ein emotionaler Abend, der viele Besucherinnen und Besucher berührte, zum Nachdenken brachte – und gleichzeitig Mut machte.
Zahlreiche Freunde, Wegbegleiter, Vertreter aus Sport und Gesellschaft sowie interessierte Leserinnen und Leser waren gekommen, um gemeinsam mit dem ehemaligen Weltklasseathleten auf eine außergewöhnliche Lebensgeschichte zurückzublicken.
Gemeinsam mit seinem Freund und Moderator Daniel Pleunik nahm Tischler das Publikum mit auf eine Reise durch beinahe fünf Jahrzehnte seines Lebens.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur seine großen sportlichen Erfolge. Vielmehr erzählte Tischler offen von jenen Momenten, in denen das Leben völlig andere Wege nahm als geplant.
Ein Augenblick veränderte alles
Am 27. Oktober 1977 veränderte ein Mopedunfall das Leben des damals 16-jährigen Georg Tischler innerhalb weniger Sekunden. Nach Krankenhaus und Rehabilitation begann ein völlig neues Leben – im Rollstuhl.
Was für einen Jugendlichen zunächst wie das Ende vieler Zukunftspläne erscheinen musste, wurde Jahre später zum Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen Entwicklung.
Tischler fand seinen Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Anfang der 1990er-Jahre entdeckte er schließlich den Leistungssport für sich. Kugelstoß, Diskus und Speer wurden zu seinen Disziplinen. Aus Training wurde Leidenschaft, aus Leidenschaft internationaler Spitzensport.
Es folgten Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Paralympische Spiele.
Der größte Moment seiner Karriere ereignete sich 2004 in Athen.
Mit einer Weite von 9,67 Metern gewann Tischler im Kugelstoßen nicht nur die Goldmedaille bei den Paralympischen Spielen, sondern stellte gleichzeitig einen Weltrekord auf.
Doch gerade die Buchpräsentation in Gols zeigte eindrucksvoll, dass sich Tischlers Geschichte nicht auf Medaillen, Rekorde und sportliche Erfolge reduzieren lässt.
Nicht nur die Siege zählen
„Eine Kugel aus Eisen – Ein Wille aus Stahl“ erzählt auch von Niederlagen, Schmerzen, Enttäuschungen und Neuanfängen.
Tischler beschreibt darin jene Zeiten, in denen es keine Medaille zu gewinnen gab und in denen die Herausforderungen des Alltags wesentlich größer waren als jene im Sportstadion.
Genau diese Offenheit machte auch die Präsentation in Gols besonders.
Das Publikum erlebte keinen distanzierten Rückblick auf eine erfolgreiche Sportkarriere, sondern die persönliche Geschichte eines Menschen, der immer wieder lernen musste, mit Veränderungen umzugehen und neue Wege zu finden.
Dabei wechselten sich ernste und berührende Passagen mit humorvollen Erinnerungen ab. Denn auch der Humor gehört für Tischler untrennbar zu seinem Lebensweg.
Es wurde gelacht, aufmerksam zugehört und an manchen Stellen wurde es im Publikum ganz still.
Familie, Freunde und Wegbegleiter
Ein wichtiger Teil des Abends war den Menschen gewidmet, die Tischler auf seinem Weg begleitet haben.
Denn hinter Weltrekorden, Paralympics-Medaillen und sportlichen Erfolgen steht immer auch ein Netzwerk aus Familie, Freunden, Trainern, Betreuern und Unterstützern.
Die Buchpräsentation wurde damit auch zu einem großen Dankeschön an jene Menschen, die in guten wie in schwierigen Zeiten an seiner Seite standen.
Gerade dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch: Große Herausforderungen lassen sich leichter bewältigen, wenn Menschen füreinander da sind.
Freundschaft, Zusammenhalt und Gemeinschaft wurden deshalb neben Sport und persönlicher Willenskraft zu wichtigen Themen des Abends.
Ein Buch, das Menschen erreicht
Wie stark Tischlers Geschichte die Menschen berührt, zeigten nicht nur die Reaktionen unmittelbar nach der Veranstaltung. Auch in den darauffolgenden Tagen erreichten den Autor zahlreiche persönliche Nachrichten.
Besonders bewegend war die Rückmeldung einer Leserin, die bereits unmittelbar nach der Präsentation mit dem Lesen begonnen hatte. Schon beim ersten Kapitel seien ihr die Tränen gekommen. Besonders beeindruckt hätten sie Tischlers Lebensweg, der Umgang mit seiner Familie und seine Haltung gegenüber den Herausforderungen des Lebens.
Für den Autor sind solche Rückmeldungen von besonderer Bedeutung.
Denn genau darin liegt für ihn der eigentliche Sinn des Buches.
„Eine Kugel aus Eisen – Ein Wille aus Stahl“ soll nicht nur erzählen, was gewesen ist. Das Buch soll Menschen Mut machen, die selbst vor schwierigen Situationen stehen.
Damit geht die Geschichte weit über den Behindertensport hinaus.
Es geht um eine Erfahrung, die nahezu jeder Mensch kennt: Das Leben verläuft nicht immer nach Plan.
Krankheit, Unfall, Verlust, berufliche oder private Rückschläge können von einem Tag auf den anderen vieles verändern. Entscheidend ist dann nicht, niemals zu zweifeln oder niemals schwach zu sein. Entscheidend ist, irgendwann wieder einen nächsten Schritt zu versuchen.
„Aufgeben war nie eine Option“
Dieser Gedanke findet sich auch in einem Satz wieder, der Georg Tischler seit vielen Jahren begleitet:
„Aufgeben war nie eine Option.“
Dabei versteht Tischler diesen Satz keineswegs als Forderung, immer stark sein zu müssen.
Auch Zweifel, Erschöpfung und Enttäuschungen gehören zum Leben. Stärke könne manchmal bereits darin bestehen, nach einem schwierigen Tag am nächsten Morgen wieder weiterzumachen.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Wirkung seiner Lebensgeschichte.
Der Leser begegnet keinem Menschen, bei dem immer alles funktioniert hat. Er begegnet einem Menschen, der gefallen ist, enttäuscht wurde, Schmerzen erlebt und Rückschläge hinnehmen musste – aber immer wieder versucht hat, einen neuen Weg zu finden.
Und manchmal führte dieser Weg weiter, als Tischler selbst jemals erwartet hätte.
Vom 16-jährigen Jugendlichen nach einem schweren Unfall bis hin zum Paralympics-Sieger und Weltrekordhalter.
Die Goldmedaille ist nur ein Kapitel
Die Goldmedaille von Athen 2004 bildet zweifellos einen Höhepunkt des Buches und war auch bei der Präsentation ein besonderer Moment.
Doch die eigentliche Botschaft beginnt dort, wo Medaillen und Rekorde in den Hintergrund treten.
Was bleibt, wenn der Wettkampf vorbei ist?
Was bleibt, wenn der Applaus verstummt?
Für Tischler lautet die Antwort: die Menschen, die einen begleitet haben, die Erfahrungen, die einen geprägt haben – und vielleicht die Möglichkeit, mit der eigenen Geschichte anderen Menschen etwas weiterzugeben.
Genau deshalb versteht er sein Buch heute nicht nur als Rückblick.
Es soll inspirieren.
Es soll motivieren.
Und es soll zeigen, dass selbst nach einschneidenden Veränderungen wieder neue Lebenswege entstehen können.
Ein besonderer Abend in Gols
Dass Tischler diese Geschichte ausgerechnet in seiner Heimatgemeinde Gols präsentieren konnte, verlieh dem Abend zusätzliche Bedeutung.
Hier kennt man nicht nur den erfolgreichen Sportler und Paralympics-Sieger. Viele Menschen kennen Georg Tischler seit Jahrzehnten und haben unterschiedliche Abschnitte seines Lebens selbst miterlebt.
Umso emotionaler war es, gemeinsam auf diesen langen Weg zurückzublicken.
Der große Besucherzuspruch, die vielen persönlichen Gespräche und die zahlreichen Reaktionen nach der Veranstaltung machten die Buchpräsentation zu einem großen Erfolg.
Doch Erfolg misst Tischler an diesem Abend nicht in Besucherzahlen allein.
Der vielleicht wichtigste Erfolg zeigt sich in den Reaktionen der Menschen.
Wenn Leserinnen und Leser erzählen, dass sie das Buch berührt, wenn Menschen darin Teile ihrer eigenen Geschichte wiederfinden oder wenn jemand aus Tischlers Erfahrungen neue Kraft für eine schwierige Phase seines eigenen Lebens schöpft, dann hat das Buch sein vielleicht wichtigstes Ziel erreicht.
Eine Geschichte, die weitergeht
Mit der Präsentation in Gols ist die Geschichte von „Eine Kugel aus Eisen – Ein Wille aus Stahl“ deshalb keineswegs abgeschlossen.
Eigentlich beginnt jetzt ein neues Kapitel.
Das Buch macht sich auf den Weg zu seinen Leserinnen und Lesern. Zu Menschen aus dem Sport ebenso wie zu Menschen, die mit Spitzensport überhaupt nichts zu tun haben. Zu jungen Menschen, zu Familien, zu Menschen mit Behinderungen und zu all jenen, die irgendwann in ihrem Leben erfahren mussten, dass sich von einem Augenblick auf den anderen alles verändern kann.
Ihnen möchte Georg Tischler eine Botschaft mitgeben:
Ein Rückschlag muss nicht das Ende einer Geschichte sein.
Manchmal ist er der Beginn eines neuen Kapitels.
Oder, wie Tischler es selbst formuliert:
„Im Leben ist ein Komma wichtiger als ein Punkt.“
Die erfolgreiche Buchpräsentation in Gols hat eindrucksvoll gezeigt, wie viele Menschen diese Botschaft erreicht.
Eine Kugel aus Eisen. Ein Wille aus Stahl. Aufgeben war nie eine Option.
Ein Buchtitel – und gleichzeitig die Botschaft eines außergewöhnlichen Lebensweges.
