EuroSkills: Schneiderin will dem Burgenland erste Goldmedaille bescheren

Burgenland, 18. 7. 2023

Von 5. bis 9. September finden im polnischen Danzig die Berufseuropameisterschaften EuroSkills statt. Vor rund 100.000 Fans will Schneiderin Anna Maria Theurl Edelmetall für das Burgenland erobern. Es wäre die erste, die in Gold glänzt.

WIEN. Die Vorbereitungen für die achten Berufseuropameisterschaften laufen auf Hochtouren: Die heimischen Berufs-Talente stehen aktuell inmitten ihrer individuellen Vorbereitungen, ehe sie Anfang September Richtung Polen aufbrechen. Mit 47 Fachkräften, die in 40 Berufen um Edelmetall rittern, stellt Österreich eines der größten europäischen Teams bei der Berufs-EM in diesem Jahr. 44 der rot-weiß-roten Youngstars (in 38 Berufen) werden beim Hauptbewerb in der Hafenstadt Danzig an den Start gehen, die heimischen Vertreter in den Berufen Glasbaubautechnik und im Teambewerb Industrie 4.0 werden als eigenständige Bewerbe außerhalb Polens durchgeführt.

Anna Maria Theurl (r.) mit ihrer Salzburger Teamkollegin Lisa Lintschinger

Start im Teambewerb

Bereits im Endspurt des Trainings befindet sich die burgenländische Hoffnung auf den Europameistertitel: Anna Maria Theurl – sie arbeitet in Jennersdorf bei Vossen – will im Teambewerb Mode-Technologie gemeinsam mit Kollegin Lisa Lintschinger aufs Stockerl. „Wenn möglich sogar ganz nach oben“, sagt Theurl mit einem Augenzwinkern. Wenngleich für sie die Medaille nicht an allererster Stelle steht: „Ich freue mich auf viele neue Erfahrungen! Mein Ziel ist es, Österreich im Beruf Mode-Technologie angemessen und bestmöglich zu vertreten.“ In Polen muss das Duo – unterstützt wird es von der Salzburger Expertin Isabella Lindenbauer – die volle Kompetenz abrufen: Design, Schnitt, Kreativität und sogar Präsentations-Skills sind gefragt.

Umfangreiche Aufgaben

Die Tätigkeiten bei ihrem burgenländischen Arbeitgeber bereiten die EM-Starterin bereits zielgerichtet auf den Wettbewerb vor: „Meine Aufgaben bei Vossen sind umfangreich. Als Textilgestalterin ist meine primäre Aufgabe das Erstellen der Webkarten für die Webmaschinen“, erzählt Theurl. Heißt: „In unserem Büro werden die Produkteigenschaften der Gewebekonstruktionen festgelegt. Auch die Umsetzung und Entwicklung von Prototypen zählen zu meinen Aufgaben. Darüber hinaus erstelle ich kundeneigene Designs für den B2B-Bereich. In der technischen Produktentwicklung bin ich ein wichtiges Bindeglied zwischen Atelier und der Produktion“, sagt die gebürtige Osttirolerin, die ihre Ausbildung an der Modeschule in Graz absolviert hat.

Ihre Leidenschaft hat Theurl mit der Schneiderei zum Beruf gemacht: „Ich mache nun das, was mir am allermeisten Freude bereitet.“ Jüngeren Leuten kann sie den Beruf daher nur ans Herz legen: „Wenn man merkt, dass man kreativ, eventuell auch handwerklich geschickt ist und immer schon Freude an Kleidung und Textilien hatte, dann sollte man unbedingt einen Beruf in der Modebranche wählen.“

Für das Burgenland wäre es die zweite Medaille bei einem Großereignis: Ronald Brunäcker aus Donnerskirchen holte bei der Heim-EM in Graz 2021 Silber bei den Lkw-Technikern. Diesmal ist der Burgenländer als Experte von Lkw-Techniker Lukas Strauhs (aus dem niederösterreichischen Himberg) wieder im Rennen um Medaillen in Einsatz.

 

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